La Scala

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie man eine Treppe baut? Das älteste menschliche Höhenunterschiedsbewältigungsinstrument ist nicht ganz so einfach zu bauen, wie man sich das vorstellt: Stufe an Stufe reicht nicht aus, wenn nach Möglichkeit niemand bäuchlings darauf landen soll.

Das Wichtigste beim Design einer Treppe ist zu wissen, wie lang ein Schritt ist. Die durchschnittliche Beinlänge eines Menschen ermöglicht bei normalem Gang in der Horizontalen eine Schrittlänge von 63 cm, plus oder minus zwei Zentimeter. Gehen wir aber bergauf, verkürzt sich die zurückgelegte Strecke durch den Anstiegswinkel.


Deshalb muss die Summe aus der Trittstufenbreite und der zweifachen Höhe der Stufe immer gleich der Schrittlänge sein (Als Formel: Stufentiefe + 2*Stufenhöhe = Schrittlänge). Dafür gibt es aber auch Grenzen: Eine Stufe sollte mindestens 22-23 cm tief sein, damit der Fuß darauf überhaupt Halt findet. Dann bleiben nach der Formel noch ca. 20 cm für die Höhe der Stufe.

Solch steile Treppen sind zwar platzsparend, aber nur mit etwas Mühe zu besteigen. Treppen mit ausladenden Stufen hingegen sind mit Eleganz beschreitbar, wie etwa vor Schlössern oder auf öffentlichen Plätzen, benötigen jedoch für eine vorgegebene Höhenunterschiedsüberwindung sehr viel bebauten Raum.