Kurzkritik: Buddah II Woofaz - Gemini

Severin Weigend

Buddah Woofaz ist eine deutsch-französische HipHop-Band aus Freiburg. Jetzt hat das Quartett mit "Gemini" das dritte Album rausgehauen. Wir haben uns die Scheibe angehört. Demnächst werden übrigens öfter mal kleine Rezensionen von Neuerscheinungen lokaler Künstler auf fudder zu lesen sein.



Die Freiburger Zwillinge Rokkz & Flex saßen geschlagene drei Jahre an ihrem dritten Album mit dem passenden Namen „Gemini“. Qualität brauche eben auch seine Zeit. Doch hat sich das Warten gelohnt?


Das Intro verspricht Tiefgang: Gesprochen wird von brodelnden Worten, von dem Drang, sie aufzuschreiben. Doch wer jetzt melancholisches Gereime erwartet, hat sich schwer getäuscht.

Es folgen durchweg entspannende und sehr solide Beats, die zum Kopfnicken einladen. Störend sind allerdings die ständigen Geräuschausbrüche der „Twin Towaz“: Da wird gejault und gerattert wie im Urwald. Wann auch immer sich diese touretteähnlichen Ausbrüche in den Deutschrap eingeschlichen haben, ich verfluche diese Zeitpunkt.

Allerdings versteht man, dass die beiden Reimkünstler so ein wenig Leben in die Bude bringen wollen: Die Lyrik ist zwar durchweg auf sehr hohem Niveau, aber irgendwie wirkt alles sehr müde. Und vor allem brav.



Klar, Gangsterrap kann und sollte niemand erwarten. Aber wenn in „My Gyal“ bei der Traumfrau um Verständnis geworben wird, dass das „Schiff mal nicht in den Hafen“ will und der ewige Treueschwur auf den Fuß folgt, muss man schon ein wenig schmunzeln. Will man so was wirklich hören?

Die französischsprachigen Kollegen der beiden, Stan und Lexot, retten mit ihren Zeilen aber sogar diesen pseudo-romantischen Tiefpunkt.

Mein Favorit auf diesem mit Abstrichen brauchbaren Album ist übrigens das sehr erfrischende „Los Woofneckos“. Da rappen die beiden Caballeros mit den Sombreros über das Leben in Mexiko. Das ist HipHop wie er sein muss. Partystimmung vom feinsten!

Buddah Woofaz: Aperitif zu Gemini

Quelle: YouTube [youtube 3H3_DweBH4U nolink]

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