Kurdische Mahnwache gegen IS-Terror im syrischen Grenzgebiet

Savera Kang

Um auf die Not der Kurden und die Bedrohung durch Terroristen des IS in Kobane nahe der türkischen Grenze aufmerksam zu machen, campiert derzeit der Kurdische Kulturverein vor dem Freiburger Rathaus. Die Dauermahnwache soll noch bis Dienstagabend andauern.



Rote und gelbe Banner fordern ein Ende der Morde. Ein paar Frauen sitzen auf Plastikstühlen unter den Arkaden des alten Rathauses und Männer neben ihren Megaphonen auf dem Boden. Derzeit sind es nur zirka 15 Personen, die die Dauermahnwache aufrechterhalten. Zu Beginn der Protestaktion am Montagabend um 23 Uhr waren es um die hundert Kurden und Aleviten, die auf die Situation ihrer Familien in der türkisch-syrischen Grenzregion aufmerksam machen wollten.


„Ich habe es auf Facebook gelesen und bin hergekommen“, erzählt Rezan Sobil, der nun Flyer an Passanten verteilt und Fragen beantwortet. Viele Menschen laufen vorbei, sie wollen die kurze Regenpause nutzen, um trocken von A nach B zu kommen, der Krieg ist weit weg. Einige aber bleiben stehen, sie wollen den Konflikt verstehen, der komplizierter zu werden scheint, umso mehr Informationen man bekommt.

Kann eine Mahnwache in Freiburg wirklich helfen?

„Die Leute reagieren positiv, sie solidarisieren sich mit den Kurden“, resümiert Sobil. Doch wie wird eine Mahnwache in Freiburg mordlustige Extremisten in Vorderasien beeindrucken können? Über ihre Möglichkeiten machen sich die hier Versammelten keine Illusionen. Doch untätig wollen sie auch nicht sein, zumindest zum Hinschauen können sie ihre Mitbürger bewegen. Denn, so prangert  das „demokratische Kurdische Gesellschaftszentrum e.V.“ in seinem Flyer an, die IS werde durch die Türkei unterstützt und die internationale Gemeinschaft habe kein Interesse daran, den Konflikt schnell zu beenden.



„Es sind 2000 Jihadisten in Kobane – ich kann mir nicht vorstellen, dass die Allianz sie nicht beobachten konnte“, begründet Sobil und führt aus: „Die IS ist eine Handgranate in der Hand der Türkei, Saudi Arabiens und Katars – solange diese nicht explodiert, gibt sie ihnen viel Macht.“

Einige Gemeinderatsmitglieder haben schon mit den Kurden vor dem Rathaus gesprochen. Michael Moos kam vorbei und später auch der Oberbürgermeister Dieter Salomon. Um 17 Uhr startet eine Demonstration durch die Freiburger Innenstadt. Wenn man von hier aus schon die Bedrohung nicht stoppen kann, so will man doch die Kurden in Kobane und der, auf türkischer Seite liegenden Nachbarstadt Suruç, stärken.

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[Fotos: Savera Kang]