Kunst im öffentlichen Raum in der Gerberau

Carolin Born & David Cibis

Kunst steht nicht immer im Museum und muss auch nicht in Stein gemeißelt sein. Bei der Wäscherei Himmelsbach in der Gerberau gibt es abends Videoinstallationen. Schon mal auf dem Weg zum Augustinerplatz entdeckt?



Wer abends durch die Gerberau spaziert, wird an der Wäscherei Himmelsbach von einem Video überrascht. Der Film flimmert über dem Gewerbebach an der Hauswand der Wäscherei. Im Moment sind es Füße, die sich immer wieder überlagern.


„20 minutes of attention“ heißt die Installation, die in Dauerschleife die Videos oder computeranimierten Filme junger Künstler aus der Region Oberrhein zeigt. Diese dauern in etwa 20 Minuten. Schon seit 2004 laufen die Videos ungefähr drei Stunden lang am Abend, im Sommer später und im Winter früher. Momentan geht es ungefähr ab 19 Uhr los.

Christoph Schneider, der künstlerische Leiter von artforum 3, will mit der Kunst im öffentlichen Raum überraschen, indem er die bewegten Bilder in die Idylle der Gerberau hineinträgt. Wenn ein paar Leute stehen bleiben, gesellen sich oft andere dazu und schauen sich die Videos an. „Jeden Abend haben wir ein Publikum zwischen 100 und 400 Leuten, je nach Witterung“, sagt Schneider. Mittlerweile gibt es einige Stammgäste, die einmal pro Monat vorbeischauen. Denn ungefähr in diesem Zeitraum wechselt der Künstler.

Wenn Kunst auf der Straße ausgestellt wird, fällt es leichter, darüber zu diskutieren: „Im Museum nimmt man an, dass es sich um Kunst handelt. In der Gerberau wird man im Vorbeigehen zum Kunstbetrachter, da ergeben sich interessante Dinge “, so Schneider. So erreicht man auch nicht nur die üblichen Kunstbegeisterten.

Im Moment wird ein Video der Freiburger Künstlerin Irene Schüller gezeigt. Sie hat in diesem Jahr den Medienkunstpreis Oberrhein gewonnen. Den Preis schreibt artforum 3 aus, ein Verein für Kunst- und Künstlerförderung in der Region am Oberrhein und im Raum Bodensee.

Video: "Verknotungen" von Irene Schüller



Mehr dazu: