KTS-Aktionsbündnis plant Protest auf Freiburger Weihnachtsmarkt

David Weigend

Das KTS-Bündnis "Kinderpunsch mit Sicherheit" plant für kommenden Samstag einen "Aktionstag gegen Repression". Er soll um 14 Uhr auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt starten. Die Polizei sieht dem gelassen entgegen.



Die Initiatoren der Aktion wollen einen "vielfältigen Kontrollverlust" erreichen, wie sie auf der Website der KTS schreiben.


Das geplante Chaos auf dem Weihnachtsmarkt sei als Reaktion zu verstehen auf die verhinderte KTS-Demonstration für Autonome Zentren und gegen Nazis am Schwabentor: Am 14. November 2009 stoppte die Polizei die Antifa-Demonstranten, weil Teilnehmer ihr Gesicht vermummt hatten. 40 Demonstranten wurden festgenommen.

Schon damals hatten Demonstranten via Lautsprecher verkündet, man werde eine Gegenaktion auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt planen, falls die Polizei den etwa 800-Köpfe starken Demozug daran hindere, die Salzstraße hinunterzulaufen.

"In Freiburg ist unser Konzept der Deeskalation und Kommunikation gescheitert", schreiben die KTS-Aktivisten. "Für den 12. Dezember halten wir es nicht für sinnvoll, eine Demonstration zu organisieren. Diese würde von der Polizei abgefilmt, könnte höchstens mit einem Wanderspalier laufen und wäre daher fremd- statt selbstbestimmt." Sprich: Der "Kinderpunsch mit Sicherheit" wird bei der Polizei - wie meist - nicht angemeldet.

Gleichwohl hat man bei der Polizei den möglichen Unruheherd registriert. Karl-Heinz Schmid, Sprecher der Freiburger Polizei, sieht der Chaos-Ankündigung gelassen entgegen. "Wir werden vorbereitet sein, egal, was da kommt", so Schmid. Allerdings sieht er keinen Grund, in Hysterie zu verfallen oder die Standbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt zu alarmieren.



Die Polizei bleibe ihrer Haltung treu: "Wenn es zu Aufzügen oder Versammlungen kommt, die friedlich sind und ohne Waffen, sind sie jederzeit möglich. Wir sind da gesprächsbereit und kooperativ, solange sich auch die Gegenseite an die Absprachen hält. Vermummte Aufzüge wird man in Freiburg jedoch nicht dulden. Das ist ein Vergehenstatbestand und löst bei uns die Pflicht aus, diesen strafrechtlich zu verfolgen."

Bereits vergangenes Jahr hatten Aktivisten aus der linken Szene dazu aufgerufen, auf dem Weihnachtsmarkt gegen die von der Landesregierung geplante Verschärfung des Versammlungsgesetzes zu protestieren. Diese Demonstration blieb friedlich.

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