Ermittlungen

Kriminalpolizei halbiert Personal im Fall Carolin G.

Martin Wendel

Im Mordfall Carolin G. aus Endingen werden von den Ermittlern immer noch Spuren und Hinweise bearbeitet. Derweil wird Zahl der Ermittler auf nunmehr zehn Beamten halbiert.

Rund 200 der insgesamt 4300 Spuren und Hinweise, denen die Kriminalpolizei im Mordfall Carolin G. seit November 2016 nachgeht, sind noch in Bearbeitung. Zum 1. Juni wurde die "Sonderkommission Erle" allerdings personell weiter reduziert und organisatorisch in eine gleichnamige Ermittlungsgruppe umgewandelt. Das teilten Staatsanwaltschaft Freiburg und Polizeipräsidium Freiburg am Donnerstag mit.

Nach zuletzt 20 Mitarbeitern in der Sonderkommission, die anfangs 40 Personen umfasst hatte, setzt die "Ermittlungsgruppe Erle" die Arbeit mit zehn Beamten fort, wobei sie jederzeit bei Bedarf personell aufgestockt werden könne, wie Staatsanwaltschaft und Polizei betonen.


Zusammenarbeit österreichischen Ermittlern

Fortgeführt werde auch die enge und gute Zusammenarbeit mit den österreichischen Kollegen des Landeskriminalamts Tirol sowie der beiden Staatsanwaltschaften in Innsbruck und Freiburg. Denn dass die 27-jährige Joggerin in Endingen vom selben Täter ermordet wurde wie die 20-jährige Studentin Lucile K. im Januar 2014 in Kufstein, steht für deutsche wie österreichische Ermittler aufgrund entsprechender DNA-Spuren fest.

Aktuell seien von den insgesamt etwa 4300 Hinweisen und Spuren noch rund 200 in Bearbeitung. Das sei auch der Grund für die personelle Reduzierung des Ermittlungsteams. Man arbeite jedoch weiter mit hoher Energie an der Aufklärung der beiden Gewaltverbrechen.

Es fehlt noch ein Tatverdächtiger

Den Ermittlern sei es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen – allerdings bestehe derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person, teilen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium mit.

Das Hinweistelefon mit der Rufnummer 07641/582-114 bleibt mit Fortführung der Ermittlungsarbeit durch die Ermittlungsgruppe "Erle" für Hinweise aus der Bevölkerung auch weiterhin besetzt.

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