Krebsbekämpfung, Merkel und das Kuschelhormon: Drei Tipps für die Lange Nacht der Uni

Maike Sommer

Zum dritten Mal findet am kommenden Donnerstag die lange Nacht der Uni statt. Im Audimax können Studierende und Nicht-Studierende die Nacht durchmachen – intellektuell natürlich. Chips, Popcorn, Bier und viel Kaffee nicht vergessen.

Erstmals gibt es in diesem Jahr während der langen Nacht nicht nur Vorträge, sondern auch Science-Slam-Beiträge, musikalische Auftritte sowie eine Kurzfilmreihe. Von Biologie über Medizinethik, Germanistik, Philosophie Psychologie und anderen sind in diesem Jahr viele Professionen vertreten.


Beginnen wird der Abend mit einer feierlichen Eröffnung und einem Slam-Beitrag um 19 Uhr. Um 19.30 startet Prof. Dr. Maja Köhn mit einem Vortrag über die Bestehung und Bekämpfung von Krebs. Um 20.15 Uhr geht es um einen Stimmungscheck zwischen "Ehe für alle" und "Merkel muss weg. Zwischen 21.15 Uhr und Mitternacht gibt es Vorträge zu den Themen "Der selbstbestimmte Tod in Ethik und Philosophie", "Hirn, Hormone und Vertrauen: Zur Neurobiologie der Nähe" und "So weit, wie die Sandalen tragen - Kleine Geschichte eines unerwarteten Kulturaustausches".

Alltägliche Dinge aus dem Studentenleben

Nach Mitternacht könnt Ihr Euch von einer philosophischen Diskussion über den Postmodernen Irrsinn berieseln lassen, Soziale Angst unter die Lupe nehmen oder mit dem Germanisten Dr. Göz Kaufmann über "Willst dau, Hannes, noh Bresilje ziehe, wo deich Schlange unn die Affe kriehe?" sprechen.

Wer danach Genug von Wissenschaftlichen Vorträgen hat und sich lieber mit alltäglichen Dingen aus dem Studentenleben auseinandersetzen möchte kann ab 3.15 Uhr mit dem Braumeister von Waldhaus, Bernhard Vötter, über das 500-jährige Reinheitsgebot für deutsches Bier reden. Im Anschluss findet ein Vortrag der Judaistik statt. Ausklingen lassen könnt ihr die Nacht um fünf Uhr mit Kurzfilmen vom Foresight Film Festival.

Drei Tipps für die Lange Nacht der Uni aus der fudder-Redaktion

19.30 Uhr, Dr Maja Köhn: Wie entsteht Krebs? Und wie kann die Grundlagenforschung helfen ihn zu bekämpfen?
Wer etwas über die Entstehung und die Bekämpfung von Krebs durch die Grundlagenforschung lernen möchte, kann zu Maja Köhn kommen. Die Dozentin für integrative Sozialforschung gibt in ihrem Vortrag Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Köhn und ihre Forschungsgruppe arbeiten an der Synthese von Molekülen, die eingesetzt werden können, um krankmachende Eiweiße gezielt zu blockieren oder zu aktivieren.

Diese Eiweiße heißen Phosphatasen. Sie sind zentral bei der Krebsentstehung. Durch die Kombination molekularbiologischer und biochemischer Ansätze sowie der Synthetischen Chemie kann man Phosphatase-regulierende Substanzen herstellen und sie auf ihre Wirksamkeit testen. Außerdem kann man die Substanzen zur Untersuchung der Wirkungsweisen von Phosphatasen verwenden.

20.15 Uhr, Dr. Nina Degele: Stimmungscheck: Sagbares zwischen "Ehe für alle" und "Merkel muss weg"
Die Soziologin Nina Degele berichtet anschließend über politische Stimmungslagen und die Debatte von Sagbarem zwischen "Ehe für alle" und "Merkel muss weg". Was macht die Stimmung der Gereiztheit aus, von der momentan so viele reden? Was darf man noch sagen? Die gesellschaftliche Liberalisierung ist mit der Benennung von Sexismus verbunden. Der Anti-Genderismus und der rechte Populismus dagegen sind Reaktionen auf diese Liberalisierung.

Phänomene geschlechtlicher Veruneindeutigung sind aus dieser Bewegung entstanden und provozieren Widerstand. Mit dem gesellschaftlichen Strukturwandel und dem Stimmungswandel entsteht ein Zeitalter von Unsicherheit. Stabilitätsreste werden im Zweifelsfall verteidigt. "Dabei zu beobachtende Konflikte rund um Liberalisierung und verunsichertem Widerstand haben hoffentlich langfristig systemverändernden Charakter.", sagt Degele.

22. 15 Uhr, Dr. Markus Heinrichs: Hirn, Hormone und Vertrauen: Zur Neurobiologie der Nähe
Wer lieber etwas über zwischenmenschliche Beziehungen und die Neurobiologie der Nähe lernen möchte, kann zum Vortrag von Markus Heinrichs kommen. "Für den Menschen spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine zentrale Rolle. Defizite in der Beziehungsfähigkeit gehen mit tiefgreifenden Störungen einher, welche schwierig behandelbar sind", sagt Heinrichs.

Er präsentiert in seinem Vortrag "Hirn, Hormone und Vertrauen: Zur Neurobiologie der Nähe" seine Forschungsergebnisse. Heinrichs hat untersucht, inwieweit ein für Geburt und Stillen relevantes Hormonsystem eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Bindungs- und Sozialverhaltens hat. Dabei geht es vom ersten Blickkontakt bis hin zu neuen Therapieansätzen bei Autismus.

Das gesamte Programm findet ihr online unter: www.lange-nacht.uni-freiburg.de
  • Was: Lange Nacht der Uni
  • Wann: Donnerstag, 23. November, 19 bis 5 Uhr
  • Wo: Audimax, KG II, Platz der Alten Synagoge
  • Eintritt: frei