"Krautfunding", TTIP und Veganer: 5 Fragen zum AgriKultur-Festival

Alexander Schumacher

Letzte Chance für die Crowdfunding-Kampagne des AgriKultur-Festivals: Noch bis heute um Mitternacht kann gespendet werden, damit das Nachhaltigkeitsfestival am kommenden Wochenende ein Erfolg wird. Die wichtigsten Fragen zum Festival findet ihr hier:



1. Was ist die Idee hinter dem AgriKultur-Festival?

Die meisten Freiburger Stadtbewohner haben zur Landwirtschaft wohl wenig Kontakt, der über Supermarkteinkäufe hinausgeht. Das AgriKultur-Festival vom 24. bis 26. Juli soll einen Raum bieten, in dem Konsumenten in Kontakt mit Erzeugern und landwirtschaftlichen Themen treten können. Dabei wird nicht nur diskutiert und genetztwerkt, denn für Spaß und eine entspannte Atmosphäre sorgt ein kulturelles Programm mit Filmen, Bands und Lesungen.

2. Warum eine Finanzierung über Crowdfunding?

Die Organisatoren stehen vor einem Dilemma: Einerseits soll der Eintritt zum Festival umsonst sein, damit jeder daran teilnehmen kann. Andererseits sollen Bands, Bühnentechnikern und Referenten faire Gagen gezahlt werden. In den letzten Jahren lösten die Veranstalter dieses Problem, indem Buttons vor und auf dem Festival verkauft wurden.

Das war allerdings sehr mühselig und nicht gerade sicher. Durch das Crowdfunding soll die Finanzierung schon vor dem Festival stehen und den Freiwilligen des Festivals der beschwerliche Verkauf der Buttons erspart werden. Spenden kann man bis zum 20. Juli um 23:59 auf startnext.de.

3. Was steht auf dem Programm?

Nach der Begrüßung um 16 Uhr im Eschholzpark eröffnet die Band Balkan Express das Festival mit blechgeblasenem Gipsy Brass. Am Freitagabend um 17.30 Uhr hält Rüdiger Stegemann vom BUND seinen Vortrag zum transatlantischen Handelsabkommen TTIP und dessen Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährung.

Da das Abkommen immer wieder für heftige Diskussionen sorgt, wird der Vortrag und die anschließende Diskussion wohl eine der inhaltlichen Hauptattraktionen des Festivals sein. Am Samstag gibt es zum Beispiel um 14 Uhr Musik für Kinder von Glyphosat und um 14.30 Uhr einen Wachs-Workshop von der BienenCoop. Am Sonntag können städtische Veganer mit Landwirten in Kontakt kommen. Den Rest der insgesamt 36 Punkte auf dem Festivalprogramm findet ihr hier.

4. Wer organisiert das Festival?

Hinter dem Festival steht die Forschungsgesellschaft Agronauten, die sich mit nachhaltiger und regionaler Landwirtschaft beschäftigt, der Freiburger Ortsverband des Naturschutzbündnisses BUND und die solidarische Landwirtschaftskooperative GartenCoop Freiburg. Außerdem beteiligt sind das ökologische Weingut Andreas Dilger, die Freiburger Stadtimker von der BienenCoop und viele weitere Freiwillige, die sich für regionale Lebensmittel begeistern.

5. Was hat regionale Landwirtschaft mit TTIP zu tun?

Das transatlantische Abkommen wird zwar weit weg von den Breisgauer Gemüsefeldern ausgehandelt, es könnte aber trotzdem schwere Folgen für die hiesige Landwirtschaft haben. Fabian Kern von der GartenCoop glaubt nicht daran, dass noch mehr Lebensmittelimporte unser Essensangebot verbessern können.

Vielmehr warnt er davor, dass das Abkommen die Wege zwischen Produzenten und Konsumenten unnötig verlängern werde. Kommt das Essen aus der Region, ist die Möglichkeit, dessen Qualität zu beeinflussen viel größer. Das AgriKultur-Festival soll dabei helfen, Produzenten aus dem Oberrheingraben und Konsumenten aus Freiburg mit einander ins Gespräch zu bringen.  

Mehr dazu:

Was: AgriKultur-Festival 2015
Wann: 24. bis 26. Juli
Wo: Eschholzpark, Gewerbeschulen, Slowclub   [Foto: Thomas Kunz]