Krasses Karaoke aus Furtwangen

Nikolai Worms & Ruben Sakowsky

An der FH Furtwangen haben sechs Studenten ein lippensynchrones Karaoke-Video gedreht. Es ist wirklich sehenwert: gute Planung, perfektes Timing, kein Schnitt und 60 Darsteller, die sichtlich Spaß haben. Wir haben mit LipDub-Regisseur Viktor Pfaff (23) über den Dreh gesprochen.



Viktor, wie seid ihr auf die Idee gekommen, an Eurer FH ein LipDub-Video zu drehen?

Die Idee hatten wir auf einer Party, vor knapp einem halben Jahr. Wir haben uns das Office-LipDub Flagpole Sitta der New Yorker Firma Vimeo angeschaut. Das ist ganz ähnlich wie das Video, das wir jetzt gedreht haben, nur wurde es eben in einem Büro gedreht. Zu diesem Video gab es dann auch schon einige Antworten von anderen Firmen, die sich gesagt haben: „Hey, unser Büro ist auch cool, das möchten wir auch in einem LipDub zeigen."

Und da dachtet ihr euch: Das kriegen wir auch hin.

Genau. Allerdings arbeiten wir eben nicht in einem Büro, sondern studieren an der Uni. Warum starten wir also nicht ein University LipDub? Wir haben dann kräftig geplant und uns Gedanken gemacht und jetzt im Juni gedreht.

Wie habt ihr so viele Leute dazu gebracht, für euch Karaoke zu singen?

Wir haben uns vor dem Dreh hingesetzt und überlegt, wer von unseren Bekannten Spaß an einem LipDub-Dreh hätte. Vorraussetzung war allerdings, dass nur Kommilitonen vor der Kamera stehen, schließlich wollten wir mit dem Video auch unsere Fakultät vorstellen. Die Leute zu motivieren war gar kein Problem. Das ist vielleicht der Vorteil, wenn man in einer kleinen Stadt an einer Fachhochschule studiert. Bei uns in Furtwangen ist eben nichts los. Sobald dann aber irgendjemand eine spannende oder lustige Idee hat, sind alle dabei.



War die Songauswahl schwierig?

Wir haben das Video zu sechst geplant. Musik zu finden, die zu jedem Geschmack passt, war recht schwer. Wir wollten einen Song nehmen, der Spaß macht und nicht allzu bekannt ist. Außerdem haben wir ein Lied gesucht, in dem der Gesang zwischendurch eine Pause macht. Diese Pausen braucht man, um beispielsweise die Kameraleute zu wechseln oder die Kamera zu schwenken.

Und das Ganze ohne Schnitt, Respekt.

Wir haben das Ding ziemlich genau geplant. Da stand sekundengenau fest, wer wo wann singt. Da war ziemlich wenig kreativer Spielraum übrig für die Leute, die dann vor der Kamera gesungen haben. Ganz fremdgesteuert waren unsere Sänger aber nicht: Wir haben ihnen zwar gesagt, was sie machen sollen. Aber es hing von ihnen ab, wie sie es umsetzen.

In einer Szene schwebt die Kamera von einem Stockwerk zum anderen. Wie habt ihr das geschafft?

Wir haben damals überlegt, wie wir die Etage so spektakulär wie möglich überwinden, damit wir hinterher möglichst oft danach gefragt werden (lacht). Spaß beiseite, wir haben an der Uni jemandem vom Kletterclub gefragt, ob er uns seine Ausrüstung leihen kann. Der hat uns dann auch geholfen, einen Flaschenzug aufzubauen. Die Kamera haben wir dann mit Karabinern eingeklemmt und mit dem Seilzug nach unten fahren lassen.



Wie fand das derjenige, der an der FH die Kameras verleiht?

Wir haben’s ihm nicht erzählt. Wir haben ihm im Nachhinein auch nichts gesagt. Aber der ist von uns einiges gewohnt. Die Kameras, das sind seine Babies und wir behandeln sie wie Werkzeuge. Aber es ist ja zum Glück alles gut gegangen.

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YouTube-Video (5:50 Min.):

Quelle: YouTube