Kosten explodiert: Orso sagt Open-Air auf Ganter-Areal ab

Simone Lutz

Weil die Kosten explodiert sind, musste die Chor- und Orchestergesellschaft Orso zwei Konzerte in der Brauerei Ganter absagen. Allein eine vom Umweltschutzamt geforderte Schallpegelmessung hätte bis zu 4500 Euro gekostet - pro Tag!



Die Chor- und Orchestergesellschaft Orso wollte mit einem Open-Air am 23. und 24. August im Innenhof der Ganter-Brauerei ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Nun hat der Verein die "Rock-Symphony-Night" sowie die Gala "Wahn und Verismo" abgesagt. "Wir hätten das komplett ohne Sponsoring machen müssen, das war sowieso schon waghalsig", sagt Orso-Gründer Wolfgang Roese. "Als dann noch etwa 12 000 Euro Extrakosten für zusätzliche Stromversorgung und eine Schallpegelmessung dazukamen, hat die Kalkulation einfach nicht mehr gestimmt."


"Einfach blöd gelaufen"

Die Brauerei Ganter hätte das Gelände zur Verfügung gestellt sowie Bier zum Verkaufen, sagt Brauereichefin Katharina Ganter-Fraschetti: "Es tut uns wahnsinnig leid, dass es jetzt nicht klappt." Laut Wolfgang Roese habe man zu spät bemerkt, dass eine vom Umweltschutzamt geforderte Schallpegelmessung bis zu 4500 Euro pro Tag koste. Auch sei die Stromversorgung mit Trafohäuschen zum Problem geworden, weil die Verhältnisse auf dem Ganter-Gelände durch die Umstrukturierung komplexer geworden seien: "Wir hatten schon 2005 dort gespielt, da ging alles gut. Jetzt ist es einfach blöd gelaufen." Man habe sich sehr schwer getan mit der Absage, sagt Roese, auch weil damit monatelange Arbeit umsonst gewesen sei.

Mit 85 000 Euro Gesamtproduktionskosten hatte Orso gerechnet, diese Summe habe sich, so Roese, auf 105 000 erhöht. Das hätte bedeutet, dass an beiden Abenden 2700 statt 2000 Besucher hätten kommen müssen. "Es hätte vielleicht gut gehen können", sagt Roese, "aber wenn nicht, dann hätte es den Verein ruiniert. Das Risiko war uns zu hoch."

700 Karten sind nach seinen Angaben bereits im Vorverkauf weggegangen. Die Karten können nun zurückgegeben oder in Gutscheine umgewandelt werden.
  [Foto: Nicolas Rogoll]