Konzert-Dilemma: Andalucia, A Pony Named Olga oder Supersuckers?

Matthias Cromm

Drei Bands, drei Locations, ein Datum. Punk ist irgendwie aller drei Möglichkeiten Wurzel: Am Samstag spielen Andalucia im Slow-Club, das Räng Teng Teng wird von A Pony Named Olga heimgesucht und im Walfisch geben sich die die Supersuckers ein Stelldichein. Klar ist: Es gibt ordentlich was auf die Ohren. Für wen welcher Gig geeignet ist:



Andalducia im Slow-Club: Ein Tipp für den Indiefreund und die Indiefreundin

Andalucia kommen keinesfalls direkt aus Spanien wie der Name hätte vermuten lassen können, sondern aus dem „Freiburg des Nordens“ wie es allenthalben genannt wird: Münster in Westfalen. Das Schlagzeug-trifft-Gitarre-Duo befleissigt sich punktgenauen Noises, stampfend und eigenbrötlerisch.

Andalucia hat, trotz aller Eigenständigkeit, ein bisschen was von Punkrock in Moll wie ihn die Wipers spielten. Das gibt den Songs sowohl eine gewisse Tragik, als auch ein Stück Pop-Appeal. Ein Noisepop-Postpunk Duo par excellence, wie es seit dem Auftauchen von Bands wie den Kills, den Japandroids oder den Wavves keine Seltenheit mehr ist. Die Abstinenz des Basses ist eher erfrischend denn ein Manko, und aller Pop-Appeal der Songs wird auf dem letzten Meter vom Drang zum Noise ausgebremst.

Andalucía - The Shrill
Quelle: YouTube


A Pony Named Olga im Teng: Der Tipp für alle Tanzwütigen und Verrückten

A Pony Named Olga aus Berlin stecken mit ihrem Polka-Cow-Punk irgendwo zwischen Intellektualität, Dadaismus und "ganz laut Scheiße schreien". Sänger und Frontmann Heini Heimpel überzeugt durch grossartig-absurde Ansagen und lyrische Ergüsse, während Bassist Lloyd Clark mit Vorliebe auf seinem Kontrabass herumturnt. Musikalisch zwischen Polka, Country, Surf und Punk in zum-Umherhopsen-anregenderr Höchstgeschwindigkeit, gibt das Trio stets den Heimpelmann. Da bleibt kein Auge trocken - und kein Fuss auf dem Boden.

Die Typen nicht alle Tassen im Schrank. Wer die letzte Show von A Pony Named Olga im Räng Teng Teng gesehen hat wird wissen, wovon hier die Rede ist, der Rest, der auch nur erahnt was ich meine ist angehalten sich das irre Achterbahnspektakel anzutun.

A Pony Named Olga - Move your arse!
Quelle: YouTube


Supersuckers im Walfisch: Der Tipp für den Punk'n'Roll-Fan

Die Supersuckers aus Seattle bezeichnen sich selber stets als „Greatest Rock’n’ Roll-Band in the World“. Die dementsprechende Bühnenattitüde ist da natürlich Programm: Die Jungs um Eddi Spagetti stehen so unglaublich breitbeinig auf der Bühne, wie seinerzeit die Ramones und heute höchstens noch Social Distortion.

Nach Rain-People-City und Grunge-Town hören sich die Supersuckers keineswegs an, obwohl ihre Platten beim Seattle-Kultlabel Sub Pop Records erscheinen. Die Band klingt eher nach Whitetrash-Power-Rock'n'Roll, Trailerpark und Dosenbier - mit einem Touch aufgewirbelten Staubes hinter einem verbeulten Pick-Up Truck. Sänger und Bassist Spagetti verfolgt seit einiger Zeit auch eine beachtliche Solo-Karriere mit starkem Country-Einschlag, was sich auch in einigen Supersuckers-Songs niederschlägt. 

Supersuckers - Get The Hell
Quelle: YouTube
   

Mehr dazu:

Was: Andalucia
Wann: Samstag, 12. September 2014, 21 Uhr
Wo: Slowclub
Facebook-Event: Andalucia im Slow Club
Was: A Pony Named Olga
Wann: Samstag, 12. September 2014
Wo: The Great Räng Teng Teng
Facebook-Event: A Pony Named Olga im Teng

Was: Supersuckers
Wann: Samstag, 12. September 2014
Wo: Walfisch

  [Bilder: Promo]