Konkurrenz-App Uber: Freiburgs Taxifahrer sind not amused

Julia Gross

Vorerst ist die Gefahr gebannt: Eine einstweilige Verfügung verbietet die Taxiersatz-App Uber. Aber die kalifornische Firma will dagegen klagen. Freiburgs Taxifahrer fürchten die Billigkonkurrenz.



Ein erstes Aufatmen der Taxibranche: Mit einer einstweiligen Verfügung hat das Landgericht Frankfurt die Taxiersatzdienst-App Uber ausgebremst. Ohne offizielle Genehmigung darf das Unternehmen ab sofort keine Fahrgäste mehr befördern – Uber hat Einspruch eingelegt. In Freiburg ist der Dienst bisher zwar nicht angekommen, dennoch: Die Konkurrenz-App sorgt bei den Taxiunternehmen für hitzige Diskussionen.


"Es ist der einzig richtige Weg, die App zu verbieten", sagt Sezin Engin (44), Geschäftsführerin des Taxidiensts Engin. Die Freiburger Unternehmerin habe sich lange mit der amerikanischen App beschäftigt, erklärt sie, und hoffe nun, dass das vorläufige Verbot des Dienstes auch langfristig gelte. Denn: Uber will weitermachen. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco, das es seit 2009 gibt und das jährlich schätzungsweise 213 Millionen Dollar Umsatz macht, bezeichnet das Urteil des Gerichts als "zu Unrecht" und will laut Pressemitteilung "die Tätigkeit in ganz Deutschland fortführen".

Bei Unfällen nicht versichert

Mitte April ist Uber mit seinem Angebot "Uber Pop" in Berlin gestartet, wollte zuletzt in weitere deutsche Städte expandieren. Auch in Hamburg gibt es den Fahrdienst bereits. Die Idee hinter der App: Jeder, der möchte, kann zum Chauffeur werden. Einzige Prämisse: Die Fahrer müssen mindestens 21 sein, einen Führerschein und ein eigenes Auto besitzen. Die Fahrgäste bestellen sich den gewünschten Fahrdienst mit ihrem Smartphone und nachdem der Fahrer bestätigt, holt dieser seinen Kunden ab und bringt ihn zum Ziel. Das Smartphone misst die gefahrenen Kilometer und die Zeit – bezahlt wird mit der Kreditkarte.

Für Sezin Engin kommt das Urteil des Landgerichts Frankfurt nicht überraschend: "Als Taxiunternehmen zahlen wir für ein Taxi 2500 Euro Insassenhaftpflichtversicherung pro Jahr, das tun die Privatpersonen der App nicht. Das kann nicht sein!" Nur ein Grund dafür, dass Uber seinen Nutzern versprechen kann, um bis zu 20 Prozent günstiger zu sein als ein gewöhnlicher Taxiservice.

Dass solch ein günstiges Angebot vor allem für junge Leute verlockend ist, kann der Freiburger Taxifahrer Alexander Fedetov durchaus verstehen. Für unterstützenswert hält er die App trotz allem nicht: "Solange alles gut geht, gibt es keine Probleme. Passiert aber ein Unfall, ist weder der Fahrer noch der Mitfahrer ausreichend versichert", warnt Fedetov.

Sollte Uber gegen das Verbot des Landgerichts verstoßen, drohen der Firma bis zu 250 000 Euro Ordnungsgeld pro Fahrt – vor allem Zac de Kievit, Direktor von Ubers Europa-Zentrale in Amsterdam, wird dafür einstehen müssen. Die Entrüstung in der Taxibranche, die Uber entfacht hat, dürfte jedoch für genügend Neukunden sorgen. Sezin Engin ist sich sicher: "Darauf hat das Startup-Unternehmen es doch angelegt, die wollen ganz schnell das ganz große Geld machen. Und da kommen ihnen solche Schlagzeilen doch gerade gelegen."



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[Bild: dpa]