Kommando Rhino ist geräumt

Kommando Rhino ist Geschichte. Wenige Stunden nach nächtlichen Krawallen im Vauban rückte die Polizei gegen 5:40 Uhr an, um das Baugrundstück M1 am Eingang zum Vauban zu räumen. Inzwischen ist es weitgehend friedlich.



Die Räumteams der Polizei sammelten sich am Mittwoch um 5 Uhr in der Merzhauser Straße; Beobachter berichten von rund 30 Mannschaftswagen und schwerem Gerät zur Beseitigung der Barrikaden. Um 5.40 Uhr die Räumung. Die Beamten rissen den Zaun vor dem Kommando Rhino ein.


Zuvor hatten sich rund 150 Menschen in der Wagenburg verbarrikadiert; Kurz vor der Räumung gingen sie zu einer Sitzblockade über. Um 5:50 Uhr waren bereits 40 Beamte auf dem Gelände der Wagenburg zugange. Viele Polizisten haben Feuerlöscher auf den Rücken geschnallt. Das Geschehen wird von zahlreichen Schaulustigen verfolgt.

Gewalttätige Auseinandersetzungen und Tumulte wie wenige Stunden zuvor waren bei der Räumung nicht zu beobachten. Beim Eintreffen der Polizei zogen sich die Autonomen auf die Vauban-Allee zurück – friedlich, aber lautstark: Die linksalternativen Trommler der Samastas weckten die Anwohner auf – sofern angesichts der Ereignisse der zurückliegenden Stunden überhaupt noch jemand geschlafen hatte im Vauban.

Um 6 Uhr umstellten Beamte die Autonomen auf der Vauban-Allee. Passieren durfte die Polizeikette nur, wer sich ausweisen konnte. Personalien wurden aufgenommen, während andere Beamte das Rhino-Gelände mit großen Absperrgittern abriegelten. Über die Zahl der Festnahmen ist noch nichts bekannt.

Der Räumungseinsatz verlief zügig und weitgehend reibungslos: Schon um 7.45 Uhr rückte die Stadtreinigung an, um die Straßen wieder passierbar zu machen. Das von der Polizei provisorisch umzäunte Gelände, das die Rhino-Besetzer bis zum Mittwochmorgen für ihre Zwecke in Beschlag genommen hatten, wurde an seinen Eigentümer zurückgegeben – an die Freiburger Stadtbau GmbH. Diese versucht nun zusammen mit der Polizei, das Gelände gegen neue Übergriffe zu schützen.

Während die Rhino-Räumung von zahlreichen Schaulustigen beobachtet wurde, hingen Autofahrer, die in den Freiburger Süden wollten, an Polizeiabsperrungen fest. Die Zufahrten zum Vauban – also sowohl die Wiesental- als auch die Merzhauser Straße – waren bereits weit vor den eigentlichen Brennpunkten abgeriegelt. Ins Vauban kam am frühen Morgen nur, wer dort wohnt oder glaubhaft machen konnte, dass er im Quartier zur Arbeit muss.

Da die Straßenbahn der Linie 3 nicht ins Vauban fahren kann, hat die VAG Ersatz durch Busse organisiert. Die Polizei ist zudem in der Freiburger Innenstadt präsent – möglicherweise aus Sorge, dass Linksautonome ihre Aktivitäten in die Fußgängerzone verlegen könnten.

Einen ausführlichen Rückblick auf die Ereignisse der vergangenen Nacht und die Räumung gibt es bei den Kollegen der Badischen Zeitung:  

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  [Foto: Dominic Rock; Beitrag zuerst um 6:08 veröffentlicht und zuletzt um 9:57 aktualisiert.]