Kollege lobt, SC verliert

David Weigend

Hier sitzt SC-Trainer Robin Dutt in der Pressekonferenz nach dem Gladbachspiel und liest eine Spielanalyse. 10:0 Ecken für seine Mannschaft, 85 Prozent der SC-Pässe gelangen. Dennoch steht unterm Strich die erste Heimniederlage der Saison. Warum?



Nette Worte, null Punkte

Während Dutt liest, hört er zu, wie ihm der Gladbacher Trainerkollege Jos Luhukay ein großes Lob ausspricht: "Robin macht hier eine fantastische Arbeit." Dutt kennt das. Er kriegt das praktisch jede Woche zu hören. Vielleicht stinkt ihm das heute.

Denn obwohl sein Team sich bemühte, die Abwehr der Borussen zu knacken, gelang es dem SC Freiburg letztlich nicht, seinen Spielrhythmus zu finden. Der SC kam nach dem Schockrückstand in einen Zugzwang, dem er nicht Stand hielt.



Pitroeske Dribblings

Das 0:1 in der sechsten Minute ging klar auf das Konto von Torhüter Alexander Walke. Er hätte Friends Schuss ins kurze Eck parieren müssen. Auch Heiko Butscher sah in dieser Situation nicht gut aus.

Die darauf folgenden Spielzüge des SC waren zu absehbar, um die gut stehenden Gladbacher überraschen zu können. Zwar sorgte hier und da ein pitoreskes Kabinettstückchen für Zungenschnalzer im ausverkauften Dreisamstadion, doch insgesamt agierte das Mannschaftsgefüge in der ersten Halbzeit zu statisch.



Eiskalte Konter

In der 58. Minute bewies der Exfreiburger Sammy Coulibaly seine Qualität eines Weltklassespielers. Mit glänzender Übersicht passte er weit in die offen stehende Freiburger Hälfte, bediente den los sprintenden Rechtsfuß-only Neuville, der wiederum flankte zentimetergenau auf die Stirn Röslers. Das 0:2, aus dem Nichts.



Copy & Paste

Bezeichnenderweise war der Anschlusstreffer für den SC ein Traumeigentor eines Gladbacher Spielers (64., Paauwe). In den folgenden zehn Minuten stand das Spiel auf der Kippe. Freiburg überzeugte, insbesondere Ivica Banovic, die kreative Kraft im defensiven Mittelfeld.

Doch dann fiel die Entscheidung. Es war, als hätte irgendjemand beim 0:2 "Strg C" gedrückt und beim 1:3 dann "Strg V". Eine Torkopie.

Röslers Gegenspieler Daniel Schwaab ließ den Kopf hängen. Die Gladbachfans sangen einen Scooter-Refrain sowie "Auswärtsfi**en ist schön."