Ko.libri im E-Werk: Musik auf schnellen Flügeln

Meike Voelz

Im Schwirrflug hält der Kolibri seinen zarten Körper in nahezu statischer Position, um genüsslich den süßen Nektar der Blumen zu schlürfen. Genuss! Ein passendes Stichwort, für das Konzert der Freiburger Band "Ko.libri" im Foyer des E-Werks, der den Besuchern den Mittwochabend versüßte:



Auch was Energie und Schönheit angeht, steht Sängerin Saskia Kaiser den kleinen tierischen Namensgebern ihrer Band in nichts nach. Mit ihren langen, dunklen Haaren und den weichen Gesichtszügen bewegt sie sich die Ko.libri-Frontfrau zum Gesang der selbstgeschriebenen Lieder.„Schon mit 12 Jahren träumte ich davon Sängerin zu werden,“ sagt Saskia und schaut dabei so verträumt in die Weite, dass man ihrem Blick fast zu folgen glaubt, dem Blick in ihre Kindheit.


Zwischen Trachtenkapelle und Soul-Musik wuchs sie in einem kleinen Schwarzwalddörfchen auf. Hier, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagten und ihre Mutter die Ruhe mit Schlagzeugklängen durchbrach, entwickelte Saskia ihr großes kreatives Potenzial. Unter dem Namen Ko.libri machte sich die Frau mit den schönen Augen schon 2010 als freischaffende Künstlerin selbstständig. In diesem Projekt brachte Saskia Bildhauerei, Malerei und Musik - all ihre Leidenschaften - unter einen Hut.

Gesellschaft unter dieser großen Hutschleppe bekam sie dann 2012. Von Julian "Ramiro" Burmeister und Arndt Grötzinger. Zwei Bekanntschaften, denen das Konzert am Mittwoch zu verdanken ist. Denn 2013 gründeten die drei Musiker, gemeinsam mit Schlagzeuger Jörg, eine Band. Den Namen, den sich Saskia für ihre Kunst bereits ausgesucht hatte, blieb bestehen. Und so treten sie auf. Zu viert, in freundschaftlichem Miteinander, unter dem Namen Ko.libri.

„Der Name steht für Kommunikation und Freiheit“, sagt Saskia, deren Blick wieder im Jetzt angekommen ist. Dass ihr Traum von damals zur Realität von heute wurde macht die junge Mutter glücklich. Und das sieht und hört man, wenn Ramiro mit seinem Gesang und der Gitarre einsetzt, Jörg die Sticks schwingt und Arndt lässig den Bass spielt, während Saskia verträumt den Texten folgt, die sie kreuz und quer durch die Emotionen und Erinnerungen tragen.

Mit dem Titel „This is the end“ endet das Konzert, die Flügelschläge verlangsamen sich, Saskias Kolibris landen auf dem weißen Teppich und bedanken sich mit einer Verbeugung bei dem Publikum, das sich seinerseits mit tosendem Applaus bedankt. Für den 90-minütigen Höhenflug. Und dafür, dass der einstige Traum der kleinen Saskia in Erfüllung gegangen ist.



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[Foto: Ko.libri/Ellen Schmauss]