Knitta: Stricken statt sprühen

Carolin Buchheim & Eva Hartmann

Stricken ist nur was für Omas und Frauen, die mehr mit ihren Katzen reden als mit anderen Menschen. Stricken ist grundsätzlich langweilig und uncool, und alles was dabei rauskommt ist hässlich. Ist totaler Quatsch: Stricken kann verdammt cool sein. Und lustig. Und irgendwie Kunst. Zum Beispiel, wenn man Laternenpfähle, Steine und Autoantennen umstrickt. Als Alternative zu Graffitti, quasi. Genau das machen die Leute von Knitta.



Während man sich in Deutschland noch ein wenig ziert, was das kreative hantieren mit Nadeln und Wolle angeht, ist Stricken in den USA schon seit einigen Jahren ein stetig weiter an Popularität gewinnender Trend, der ja sogar schon einige Hollywood-Sternchene ergriffen haben soll.


Es gibt Strick-Parties, Strick-Cafés, Strick-Blogs, Strick-Messen und seit Neuestem: Strick-Graffiti.

Erfunden haben das eine handvoll Strickerinnen, die im August 2005 beisammen saßen und aus Frust über all ihre unfertigen Pullis und Socken anfingen, so sinnentleerte Dinge wie einen Überzug für eine Türklinke zu stricken.



Daraus entstand die Idee, so etwas wie eine Strick-Posse zu gründen, die anstatt Wände und Züge mit Graffities zu verschönern, nachts heimlich durch die Stadt zieht und Parkuhren, Laternenpfähle und Treppengeländer mit bunten Wollresten umstrickt.

Die Idee fand anklang, Knitta wächst stetig weiter und wird gerüchten zufolge mittlerweile schon in einigen wenigen deutschen Städten nachgeahmt. Wann werden wir wohl in Freiburg die ersten gestrickten Graffiti entdecken werden?

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Knitta: Website & Flickr