Kleinststadtgeheimtipps: Sölden

Anne Blasel

Wer "Sölden" hört, denkt meist ans Skifahren in Österreich. Doch nur zehn Kilometer von Freiburg entfernt liegt das deutsche Sölden. In ihrem Heimatdorf zwischen Feldern und Schafsweiden kann fudder BOGY-Praktikantin Anne Blasel mehr entdecken, als manch einer dem Dorf zutraut.





Lage: Das kleine Dorf Sölden liegt ungefähr zehn Kilometer südlich von Freiburg. Die Gemeinde gehört zum Hexental und grenzt im Nordosten an Wittnau und im Süden an Bollschweil an. Die größte Straße im Ort ist die Staufener Straße, die das Oberdorf vom Unterdorf trennt. Hier ist auch die einzige Bushaltestelle des Dorfes: "Sölden Rathaus"



Gibt's seit: Das Dorf Sölden existiert seit 1208 Jahren. Das erste Mal wurde der Ort im Jahr 805 nach Christus als "Marca Selidon" erwähnt. Der Name stammt aus dem Keltischen und bedeutet soviel wie Wohnort oder Siedlung.

Einwohnerzahl: 1205 Einwohner leben im Jahr 2013 in Sölden.

Häufige Namen: Kern, Jehle, Hug

Das hört der Bürgermeister: Spontan fallen Markus Rees keine Lieblingssongs ein, aber er hört viel Musik: Von Rock bis Volksmusik.

Veranstaltungen: Am Schmutzigen Dunschdig ist fast das ganze Dorf in der Markushalle versammelt, um Fasnet zu feiern. Mittags toben sich die Kinder bei Laufspielen in der Turnhalle aus, hüpfen auf Trampolins und schätzen bei Ratespielen, wie viele Bonbons in einem Glas sind. Für die Großen präsentieren die Fasnetszünfte Huttewibli und Bürglehexen am Abend Reden, Tänze und Musik.

Bei Pommes, Wurst und Livemusik quatscht man auf dem Sommerfest mit seinen Sitznachbarn - den man natürlich, wie auch jeden anderen Söldener, kennt. Zum Abschluss des Fests kämpfen die Kinder beim Bambinilauf auf der Söldener Meile um die Goldmedaille.

Christbaumkugeln, Adventskränze und Weihnachtsgeschenke gibt es auf dem Adventsmarkt Anfang Dezember. Die Jugendkapelle spielt Weihnachtslieder, der Söldener genießt Flammenkuchen, Wurst und heißen Glühwein. Der Höhepunkt für die Kleinen ist das Kinderkarussel in der Mitte des Platzes.

Hier trifft sich die Jugend: Seit einem Jahr gibt es in Sölden einen Jugendraum. Dort wird gespielt, getratscht und faul auf dem Sofa herumgegammelt. Die Kinder vergnügen sich auf dem Spielplatz gegenüber der Söldener Abt-Steyrer Grundschule mit Schaukel, Rutsche und Klettergerüst. Ganz neu ist das Basketballfeld neben dem Bolzplatz an der Staufener Straße. Zum Grillen und Festefeiern lädt der Grillplatz auf dem Saalenberg ein.



Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten: Auf keinen Fall verpassen sollte man die Kapelle auf dem Saalenberg. Besonders bei Sonnenuntergang und Schneefall ist sie ein tolles Fotomotiv. Zieht man an dem Seil in der Kapelle, kann man die Glocken im ganzen Dorf hören.

Für Wanderfreunde gibt es einen Erlebnispfad, der durch Wittnau, Au, Bollschweil und Sölden führt. Auf dem Teilstück im Söldener Wald, dem "Sagenpfad", kann man neun goldene Kegel suchen, aus Ästen gebaute Hoola-Hoop Reifen über Baumstämme werfen, und Holztiere anschauen.



Das sagt die Jugend:
"Sölden ist eigentlich ganz chillig. Es hat fast jeder einen großen Garten, und auch die Umgebung ist schön. Aber es nervt, dass Sölden so weit entfernt von Freiburg ist und man lange braucht, um zu den Freunden aus der Schule zu kommen. Das liegt vor allem an der schlechten Busverbindung. In Sölden ist meistens einfach nichts los." [Jakob, 14 Jahre]

Bildung:
Erste Bildungsstation für den jungen Söldener ist der katholische Kindergarten Sankt Fides. Danacht geht's auf die Abt-Steyrer Grundschule, in der drei Lehrer und ein Pfarrer die 40 bis 50 Schüler unterrichten. Eine weiterführende Schule gibt es in Sölden nicht, aber den direkten Bus in die Großstadt Freiburg.

Einkaufen in Sölden:
Wer ausgefallene Essenswünsche hat, sollte besser in Richtung Freiburg fahren. Für das Gröbste gibt es allerdings die Metzgerei Salb, in der außer Fleisch und Wurst auch Eier, Mehl und Süßigkeiten verkauft werden. Hefte, Ordner und Papier findet man im kleinen Schreibwarenladen direkt gegenüber. Früher haben die Bauern in dem Gebäude Milch gesammelt, deswegen trägt der Schreibwarenladen den etwas irreführenden Namen "Neues Milchhäusle". Frisches Bauernbrot, Obst und Gemüse bieten die Händler jeden Dienstag beim Söldener Markt auf dem Lindenplatz an.

Gastrotipps:
Beste und gleichzeitig einzige Möglichkeit zum Essengehen in Sölden bietet das Gasthaus Löwen an der Staufener Straße. Hier gibt es typisches Dorfessen: Schnitzel mit Pommes und Salat, frische Pfifferlinge, Schlachtplatte.



Fluchtmöglichkeiten:
Montags bis Freitags fährt jede halbe Stunde ein Bus bis zum Paula-Modersohn Platz im Vauban in Freiburg. 15 Minuten dauert die Fahrt durch die umliegenden Dörfer. Allerdings fährt der Bus ab 21 Uhr nur noch einmal pro Stunde. Am Wochenende fährt der Bus stündlich, die letzte mögliche Heimfahrt nach Sölden ist um kurz vor eins.
Natürlich geht's auch in die andere Richtung: Über Bollschweil und Ehrenkirchen fährt alle halbe Stunde ein Bus nach Bad Krozingen.

Vereine:

  • Jugendmusikschule
  • Narrenzunft Bürglehexen e.V.
  • Narrenzunft Saildemer Huttewibli e.V.

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie: Anne Blasel

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