Kleinststadtgeheimtipps: Kappel-Grafenhausen

Kim Kirner

Das berühmte Naturschutzgebiet Taubergießen, eine Fußballnationalspielerin und ein freundlicher Bürgermeister: Die Kleinstadt Kappel-Grafenhausen hat mehr zu bieten als man denkt. fudder-Autorin Kim Kirner, selbst Kapplerin, stellt es euch vor:



Lage:
Kappel liegt zwischen dem Schwarzwald und den Vogesen und außerdem in der Oberrheinischen Tiefebene, also direkt am Rhein, welcher die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bildet.

Gibt's seit:
Aus dem Jahr 1219 stammt der erste urkundliche Hinweis auf Kappel. Der Urkundenschreiber: Bischof Heinrich von Straßburg.

Nachbargemeinde:
Seit 1. Juli 1974 gehören der Ortsteil Kappel und der benachbarte Ortsteil Grafenhausen offiziell zusammen. Damit bilden sie die große Gemeinde Kappel-Grafenhausen.


Einwohnerzahl: Derzeit leben in Kappel-Grafenhausen 4.804 Einwohner. Da Kappel und Grafenhausen einwohner- und flächenmäßig ungefähr gleich groß sind, lässt sich die Einwohnerzahl von Kappel auf ungefähr 2.400 schätzen. Der Bau neuer Häuser im Neubaugebiet von Kappel läuft jedoch gerade auf Hochtouren und wird der Gemeinde Zuwachs verschaffen.

Namensgebung:
Als der Heilige Fridolin in die damals schon bestehende christliche Gemeinde einmarschierte und den Leuten Trost aufgrund eines Hochwassers spendete, war er sofort der Meinung man sollte der Gemeinde den Namen ,,Kappel'' geben. Der Name war jedoch nicht einfach so erfunden, sondern entstand durch die dort erbaute Kapelle.

Häufige Namen: Die Familiennamen Andlauer, Kölble und Köbele gibt es in Kappel sehr häufig.

Das hört der Bürgermeister:
Der Herr Bürgermeister, Jochen Paleit, hat einen vielfältigen Musikgeschmack. Am liebsten hört er aber Deutschrock und Interpreten wie Udo Lindenberg. Sein absolutes Lieblingslied ist aber ,,Die perfekte Welle'' von Juli.



Das wollte der Bürgermeister eigentlich werden: In seiner Kindheit spielte der Bürgermeister am liebsten mit seinen Merklin Eisenbahnen und wollte daher natürlich Lokomotivführer werden. Erst später kam dann das große Interesse an Politik und Naturschutz. Im Bürgermeisteramt in Kappel kann er diese beiden Leidenschaften am besten vereinen.

Hier trifft sich die Jugend: Die Jugend trifft sich neuerdings am liebsten in der Eisdiele ,,Formel Eis''. Aber auch der Sportplatz dient, bei Heimspielen, als beliebter Treffpunkt. Auch auf dem Rathausplatz oder auf dem Spielplatz kommt immer mal wieder eine Jugendclique vorbei.



Das sagt die Jugend:
,,Ich finde in Kappel wird viel geboten für ein kleines Dorf. Es gibt viele Vereine, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen können. Kappel hat auch schöne Landschaften, wie zum Beispiel das Naturschutzgebiet Taubergiessen oder den Rhein, wo man sich super mit Freunden treffen und entspannen kann. Was los ist hier zwar nur an Fasnet und beim Dorffest, dafür gibt es aber gute Busverbindungen und Städte wie Lahr, Offenburg und Freiburg sind relativ gut zu erreichen.'' Patricia Sohn, 17

Gastrotipps: Wer Lust auf rustikalen Flair und badische Spezialitäten hat, ist im ,,Elsässer Hof'' genau richtig. Hier gibt es nicht nur einen tollen Biergarten, auf dem man vor allem im Sommer die Sonne bei einem frischgezapften Bier genießen kann, sondern auch einen Spielplatz für die kleinen Gäste. Jeden Donnerstag gibt es im Elsässer Hof ,,Süri Läber'' (Saure Leber) eine Spezialität, die zugegebenermaßen nicht jedermanns Geschmack ist. Aber es gibt natürlich noch mehr Auswahl an feinen badischen Gerichten.



Natur pur:
Einfach mal die Natur genießen kann man im Naturschutzgebiet ,,Taubergießen'', das direkt vor der Haustür der Dorfbewohner am Rhein gelegen ist. Hier befinden sich fast 1800 Hektar Wasserlandschaft, Wiesen und Sumpf. Die gute Lage des Naturschutzgebiets bietet eine Heimat für eine Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tieren. Wenn man Glück hat, kann man hier Kormorane und Eisvögel beobachten.

Im Taubergießen gibt es Wander- und Fahrradwege. Viel spannender ist aber der Wasserweg: Mit einem Stocherkahn kann man eine Bootsfahrt unternehmen und dabei unter professioneller Führung einen super Eindruck von der Tier- und Pflanzenwelt bekommen.

Eine Wanderung wird auch geführt angeboten, aber man kann natürlich auch auf eigene Faust, zum Beispiel am Hochwasserdamm entlang des Rheins Richtung Süden die schönsten Abschnitte des Taubergießens entdecken. Zu empfehlen sind die Monate Mai und Juni, denn das ist die Hauptblüte- und Brutzeit. Seit neuestem gibt es auch einen schönen Fahrradweg, der direkt vom Dorf an den Rhein führt - nicht nur zum Fahrradfahen, sondern auch zum Spazieren gehen oder Inlinerfahren.



Erlebnis: Der Familienfreizeitpark ,,Funny-World''. Die beste Adresse, um einen spannenden und erlebnisreichen Tag zu verbringen. Hier werden zahlreiche Attraktionen wie Bahnen, Spielplätze, Hüpfburgen und sogar ein Schwimmbad für die Kleinen angeboten. Und wer gerne Minigolf spielt, kann sich auf der Minigolfanlage des Parks vergnügen.

Bildung:
Die Taubergießenschule in Kappel war ursprünglich eine Grund- und Hauptschule, ist aber momentan nur noch als Grundschule in Nutzung. Die Schule glänzt mit ihrem großzügigen Pausenhof und einer angrenzenden Sporthalle. Seit Jahren werden an der Schule ein Chor und eine Instrumental- und Flöten-AG angeboten und vom allseits bekannten Musiklehrer Herr Jäger, geleitet. Seine ,,Musischen Abende'' sind sehr empfehlenswert.

Kicker: Der Fußballverein SC Kappel besteht seit 1928. Im Verein sind nicht nur so gut wie alle Generationen vertreten, sondern auch der Frauenfußball, mit drei Mädchen- und zwei Damenmannschaften. Berühmteste Kickerin: Verena Faißt, die in der Frauen-Fußballnationalmannschaft und beim Vfl Wolfsburg spielt. Immer gut besucht sind aber auch die Spiele unserer ersten Herrenmannschaft, welche derzeit in der Bezirksliga spielt.

Fluchtmöglichkeiten:
Wer einen Abstecher nach Frankreich machen möchte, kann den Fährübergang Kappel-Rhinau am Rhein mit der Fähre ,,Rhenanus'' nutzen. Wer lieber mit dem Bus fährt, findet am Rathaus und an der Kirche jeweils eine Bushaltestelle. Im nahegelegenen Orschweier gibt es unter anderem auch einen Bahnhof.

Mehr dazu:



Foto-Galerie: Kim Kirner

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