Kleinststadtgeheimtipps: Au

Julian Schwizler

Güllegeruch statt Abgase, Tiergeräusche statt Autolärm: In Au fühlt man sich wie mitten auf dem Land, dabei sind es bis zur Freiburger Innenstadt gerade einmal 5 Kilometer. Was das Dorf mit dem kürzesten Namen Deutschlands alles zu bieten hat:



Lage: Das etwas verschlafene Dörfchen Au liegt im nördlichen Hexental, eingebettet zwischen Merzhausen und Wittnau sowie dem Schönberg und dem Schwarzwald. Durch das Dorf verläuft die Hauptverwerfung des Oberrheingrabens, was sich am Rande des Schönbergs in Überresten großer Hangrutschungen äußert. Die Hexentalstraße und der daran entlang fließende Dorfbach teilen Au in zwei Hälften. Aufgrund der Nähe zu Freiburg prallt Landwirtschaft auf den Rückzugsort städtischer Arbeiter und Angestellter.

Gibt’s seit: Au wurde im Jahr 861 erstmals in Urkunden des Klosters St. Gallen erwähnt. Es wird vermutet, dass dort im Mittelalter eine Burg existierte, von der heute jedoch keinerlei Überreste mehr zu finden sind.

Namensherkunft:
Der Begriff Au enstammt dem Wort Oe, was sich über die Jahre hinweg zu Aue entwickelte. Er beschreibt eine am Wasser gelegene Landschaft, was sich in diesem Falle wohl auf den Dorfbach bezieht.

Einwohnerzahl:
In Au leben 1.454 Menschen. Seit Anfang der 90er Jahre sind einige Neubaugebiete entstanden, die hauptsächlich von jungen Familien bezogen wurden und von den Alteingesessenen aufgrund ihrer Farben auch gerne als "Papageiensiedlungen" bezeichnet werden. Knapp 30 Prozent der Bewohner haben das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht, was angsichts der allgemeinen demographischen Entwicklung für ein Dorf dieser Größe eher ungewöhnlich ist.

Häufige Namen:
Lorenz, Steiert, Brunner

Das hört der Bürgermeister: „Ich höre schon gemischte Musik; Klassik genauso gerne wie die aktuellen Charts. Speziell mag ich Marius Müller-Westernhagen, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Ich kann mir vorstellen, dass das wahrscheinlich zu meiner Generation passt.“ Jörg Kindel (CDU)

Lieblingsort des Bürgermeisters:
„Neben dem neuen Marktplatz, der die neue Mitte unseres Dorfes bildet, gibt es viele schöne Plätze in Au. Ich würde die Erhebungen wählen, die hochgelegenen Orte auf beiden Seiten. Von dort aus hat man einen tollen Blick auf die Kaiserstühlerbucht, Freiburg oder den Schauinsland.“

Tipp für Besucher:
Sollte man Au an einem Freitagnachmittag besuchen, so empfiehlt sich ein Abstecher auf den Freitagsmarkt. Auch das neue Bürgerhaus kann durchaus interessant sein: Dort findet in letzter Zeit das ein oder andere Konzert statt. Vom Besuch stärken kann man sich dann in der schön gelegenen „Adlerburg“, am Fuße des Schönbergs oder in der „Stube“, die sich nahe der Dorfmitte befindet. Beide bieten traditionelle badische Kost an.

Hier trifft sich die Jugend:
Jeden Donnerstag öffnet der neugestaltete Jugendraum unter dem Bürgerhaus seine Pforten für die Jugend. Neben einem Kicker- sowie einem Billardtisch gibt es allerlei kalte Getränke, kleine Snacks wie zum Beispiel Pizzabaguettes und die Möglichkeit, gemütlich beisammen zu sitzen. Ein großer Teil der ansäßigen Jugend besucht die umliegenden Sportvereine oder die Aktionen der KjG Merzhausen/Au.

Das sagt die Jugend:
„Ich finde es hier richtig gut, denn es liegt nah an der Stadt, aber gleichzeitig lebt man doch auf dem Land. Ich fühle mich sehr wohl: Die Leute sind sehr nett, man hat eine echt schöne Umgebung und es gibt viele Vereine. Meiner Meinung nach, macht die Gemeinde viel für die Jugend. Der neue Jugendraum ist zum Beispiel eine tolle Chance für uns. Mein Schulweg ist auch nicht zu weit: Ich muss nur zur Bushaltestelle laufen und schon bin ich in wenigen Minuten da.“ [Claus, 13 Jahre]

Ausflugstipp für Wanderer:
Durch Au führt der historische Bettlerpfad, der sich über 27 Kilometer von Merzhausen bis ins Margräflerland nach Badenweiler erstreckt. Doch auch von diesem bekannten Wanderweg abgesehen, gibt es viele schöne Routen durch Au zu entdecken. Einfach raus aus dem Tal, hinauf einen der beiden Hügel, schon weht einem statt Smog und Abgasen Landluft um die Nase.

Bildung:
Wo früher die Schule stand, befindet sich heute der Parkplatz der neuen Dorfmitte. Die nächste Grundschule ist in Merzhausen, etwa 10 Minuten Fußweg entfernt. Ab der 5. Klasse geht die Auer Jugend in Freiburg zur Schule.

Einkaufen in Au:
Zum Shoppen ist man in Au an der falschen Adresse. Der einzige tägliche geöffnete Laden ist ein Getränkehandel, der nächste Supermarkt steht im Nachbardorf Merzhausen. Bei den zahlreichen ansäßigen Bauern, kann man Grundnahrungsmittel wie Milch oder Eier quasi noch warm erwerben. Wer noch mehr gefallen an wirklich frischen Waren hat, der ist auf dem Wochenmarkt in Au gut beraten. Neben Fleischsalat, Backwaren und eingelegten Oliven geht hier jeden Freitag auch der neueste Dorftratsch über den Tresen. Anfangs eher skeptisch beäugt, hat sich der Markt über die Jahre einen festen Platz im Dorfleben ergattert.

Fluchtmöglichkeiten:
Hat man vom ruhigen Dorfleben genug, so bietet sich die Busverbindung Richtung Freiburg als zumeist zuverlässige Fluchtmöglichkeit an. Tagsüber bringt sie einen im Viertelstundentakt zumindest ins Vauban, wo die Straßenbahn den Rest erledigt. Alternativ ist man auch mit dem Fahrrad schnell weg aus Au. 15 Minuten sportlicher Betätigung später, befindet man sich im Herzen Freiburgs.



Traditionelle Veranstaltungen:
Jedes Jahr im Juli findet der Auer Dorfhock statt, seit diesem Jahr in der neuen Dorfmitte. Umrahmt von einem musikalischen Programm diverser Musikvereine wird hier ganz klassisch dem gemeinsamen Essen und Trinken gefröhnt. Bei dem im Herbst stattfindenen Feuerwerkhock zeigt sich einem ein ähnliches Bild - jedoch vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Au.

Vereine: Wie in einem Dorf dieser Größe üblich, organisiert sich ein Großteil der Bürger und Bürgerinnen in diversen Vereinen. 100 Meter entfernt von der Grenze zu Au trägt der VfR Merzhausen - zur Zeit 3. größter Sportverein Südbadens - seine Fußballheimspiele aus. Auch wenn der SV Au-Wittnau den Dorfnamen im Titel trägt, so ist dieser doch einige Kilometer weiter im Nachbardorf Wittnau. Fest ins musikalische Dorfleben integriert sind der Musikverein, der Männergesangsverein und der Chor "Rhytmix- Die Stimmen in Au". Komplettiert wird das Vereinsleben durch den Schützenverein und die Freiwillige Feuerwehr.

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