Kleidsame Stühle und Mützen, die auch Helme sind

Bianca Fritz

Sie sorgt für das ungewöhnliche Aussehen, er für die richtige Funktion und das richtige Material. Und doch machen sie alles zusammen. Die Designer Lisa und Tom aus Basel lassen Kleider zu Möbeln werden und Stiefel ohne Verschluss am Bein liegen. Außerdem haben sie Mützen gestaltet, die auch Helme sind.



Dass ein Paar gut zusammenpasst, wenn sich seine Fähigkeiten ergänzen, steht in vielen Liebesratgebern. Aber bei Lisa Besset (27) und Tom Wüthrich (33) aus Basel ist das nicht nur privat der Fall. Sie ergänzen sich auch beruflich. Lisa ist Modedesignerin, Tom Produktdesigner. Gemeinsam entwerfen sie zum Beispiel Kleidungsstücke, die auch als Möbel dienen. Ihr Wearable Chair etwa ist eine Weste, die ruck-zuck zur Liege wird.




In einer Boutique in Basel haben sie mit formbarem Leder und Druckknöpfen Möbel gestaltet, die sich wie Kleider an die Wand schmiegen. „Die meisten unserer Ideen sind nicht kommerziell – wir verkaufen höchstens Prototypen“, sagt Tom. Deshalb designen beide auch außerhalb ihres Labels – Tom Möbel und Lisa Kleider.

Doch auch einen kommerziellen Auftrag gab es: Die Schweizer Firma Ribcap bat die beiden, neue Mützen zu designen. Ribcaps sind Mützen mit eingenähten Protektoren. Sie schützen die Köpfe der Wintersportler vor mancher Gehirnerschütterung – nicht  so gut wie ein Helm, aber besser als ungeschützt. Tom klopft mit  einer Eisenstange auf seinen Kopf: „Schau, das würde ohne Ribcap sicher nicht gehen.“

Die vier  neuen Ribcap-Modelle im Handel wurden von Tom und Lisa gemeinsam entworfen. Toms Schwerpunkt lag dabei auf der Funktion der Protektoren, Lisas auf dem Design. Doch birgt das nicht auch Konfliktpotenzial? Geht nicht  das eine auf Kosten des Anderen? „Das Schöne ist, dass uns beiden auch das Gebiet des anderen wichtig ist.“

Highlights in ihrer bisherigen Designerkarriere waren neben dem Auftrag von Ribcap diverse Designpreise  – ein solcher hat es dem Paar sogar ermöglicht, ein halbes Jahr in New York zu leben und in einem Atelier mit Blick auf den Broadway Lederstiefel ohne Verschluss zu entwerfen. Außerdem, erzählt Lisa, hat ihre Lieblingssängerin Róisín Murphy drei Ledermasken in einem Musikvideo getragen, die Lisa und Tom im Rahmen von Lisas Diplomarbeit entworfen hatten. Die Designerin hatte nach einem Konzert am Backstageeingang ihre Mappe abgegeben – und kurz darauf rief Murphy begeistert bei ihr an.

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