Klebrige Heftchen

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, , warum Seiten von Zeitschriften aneinander kleben? Dass dies bei älteren und benutzten Heften passiert, die nicht jugendfrei sind, ist leicht zu erklären und soll hier dahingestellt bleiben. Doch auch bei neuen, druckfrischen Zeitschriften mit seriösem Inhalt halten die Seiten oft aneinander fest.

Dass Zeitschriftenseiten aneinander kleben, liegt an der Druckprozedur. Nachdem die bunten Blätter in großen Bahnen bedruckt wurden, müssen sie noch in handliches Format zerschnitten und gefaltet werden. Dies wird mit großen Papierschneidemaschinen und mit vielen übereinander liegenden Papierschichten gemacht – so geht das einfach schneller.


Damit beim Falzen und Schneiden aber keine der Lagen verrutscht, müssen die irgendwie aneinander befestigt werden. Bei Zeitungen wird dazu eine kleine Ecke in den Bogenrand gestanzt; daher kommen die kleinen dreieckigen Löcher in den Zeitungsseiten. Bei glänzenden Zeitschriften wird hingegen die so genannte Stranghaftung benutzt.

Dabei wird eine Seite des bedruckten Bogens negativ und die andere Seite positiv aufgeladen. Legt die Maschine nun mehrere davon übereinander, bleiben die fest aufeinander haften und können problemlos geschnitten werden. Und da viele Druckerfarben schlechte elektrischen Leiter sind, kann besonders bei bunten Seiten die Ladung nicht abgeführt werden und behält ihre Anziehungskraft.

Zusätzlich zu dieser Ladung bekommen die bunten Zeitschriftenseiten vorher beim Druck auch eine elektrostatische Ladung verpasst: Damit werden die kleinen Farbpartikel vom Druckzylinder auf das Papier gezogen und dort festgehalten. Nach dem Trocknen bleibt auch diese elektrostatische Anziehung wenigstens teilweise erhalten und macht so auch frische Druckerzeugnisse schwerlich aufschlagbar.