Klangraum: Ein neuer Szenespot im Freiburger Hauptbahnhof

Bernhard Amelung

"Umare": Der Schriftzug über der Aufzugtür erinnert noch an den inzwischen geschlossenen Club im Freiburger Hauptbahnhof. Doch in den Räumen auf der Bahnhof-Empore tut sich was. Schon Anfang Oktober soll der Laden als "Klangraum" von einem neuen Betreiber eröffnet werden.



Leere Bierflaschen stehen auf dem Bartresen. Fingerdick überzieht feiner Staub den Boden und die wenigen noch vorhandenen Sitzmöbel. Die raumhohen Glasfronten zur Wartehalle und zum Gleisbereich des Freiburger Hauptbahnhofs sind milchig trüb.


Bereits Anfang Oktober soll es hier anders aussehen. Dann wollen neue Betreiber die Lokalität wieder neu beleben, die zuletzt von den Freiburgern Flavio Alborino und Mohamed El Hadouchi als Umare betrieben wurde. Der Veranstaltungsort wird am 5. Oktober 2013 unter der geschäftsführenden Leitung von Vincenzo Esposito wieder eröffnet und den Namen Klangraum tragen.

Esposito, bisher auch Mitbetreiber und Chefbooker in der Jackson Pollock Bar, wird den Klangraum als vollkonzessionierten Veranstaltungsort führen, "mit einer Bar, einem Loungebereich und der technischen Infrastruktur, die ein Club braucht". Für das Programm wird er fast ausschließlich mit Fremdveranstaltern zusammenarbeiten. Diese sollen den Club für ihre Events mieten. Dafür stehen ihnen zwei Konditionsmodelle zur Auswahl.



Fremdveranstalter können sich zur Miete einbuchen

Ein Modell sieht vor, dass die Veranstalter 1690,- Euro Clubmiete für einen Abend bezahlen. Darin enthalten sind die Nutzung der technischen Infrastruktur, die GEMA-Gebühren und die Endreinigung der Räume. Zusätzlich fallen Kosten für das Sicherheitspersonal und die Thekenkräfte an. Diese Variante sieht vor, dass ein Fremdveranstalter wenigstens drei Sicherheitskräfte (16,95 Euro / Stunde) und zwei Thekenmitarbeiter (14,95 Euro / Stunde) bezahlt. Im Gegenzug erhalten Fremdveranstalter die Einnahmen aus der Abendkasse und den Reingewinn aus dem Gastroverkauf.

Das zweite Modell sieht vor, dass die Fremdveranstalter lediglich 690,- Euro Clubmiete bezahlen. Diese Variante enthält ebenfalls die Nutzung der technischen Infrastruktur, die GEMA-Gebühren und die Endreinigung. Zusätzlich fallen Kosten für das Sicherheitspersonal an. Die Fremdveranstalter bekommen bei dieser Variante die Einnahmen aus der Abendkasse. Die Einnahmen aus dem Garderoben- und Gastrobereich gehen an die Klangraum-Betreiber. Zudem müssen die Veranstalter einen Gastro-Umsatz von wenigstens 1500,- Euro erzielen.

In der Anfangszeit planen die Betreiber, auch eigene Partys mit einem Schwerpunkt auf elektronischer Clubmusik zu veranstalten. In Vorbereitung sind Clubabende mit Disc Jockeys und Live-Acts wie den Adana Twins, Claptone, HVOB und Niconé. Sie gehören zu den bekannten Elektronik-Label Exploited und Dantze. Letzteres ist hervorgegangen aus dem Künstlerumfeld der ehemaligen Bar25 in Berlin.

Der Klangraum wird ab Oktober auch unter der Woche geöffnet haben. Bereits fest eingebucht haben sich die Tanzschule Gutmann, die in dem neuen Lokal Kurse und Tanzübungsabende organisieren wird, und das Freiburger Künstlerkollektiv Art-JAMS. Auch mit einigen Fachschaften der Universität Freiburg stehen die Betreiber im Gespräch, die den Klangraum als Veranstaltungsort nutzen wollen. "Im Klangraum darf sich jeder austoben, der ein gutes Konzept mitbringt", so Esposito.

Entsprechend schlicht und funktional soll der Raum eingerichtet werden. Details will Esposito nicht verraten. Neugierige können einen ersten Blick darauf bereits am Samstag, 21. September 2013, wagen. Da richtet das Freiburger Veranstaltungskollektiv Ohrklang um die Freiburger Disc Jockeys Florian Herer und Dave Leon die Pre-Opening-Party aus. Mit dem Schweden und Wahl-Berliner Jan Blomqvist haben sie einen Live-Musiker eingeladen, er in seinen Sets minimalen Techno und Electro-Pop verbindet.

Mehr dazu:

Was: Klangraum Opening mit Jan Blomquist (live), DJs: So Denn, Florian Herer.
Wann: Samstag, 21. September 2013, 23 Uhr.
Wo: Bismarckallee 7, 79098 Freiburg
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