fudder-Interview

Kitchen on the run: Im Eschholzpark finden an vier Abenden Kochevents statt

Julia Caspers

Der Verein "Über den Tellerrand kochen Freiburg im Breisgau e.V." veranstaltet Kochabende für Leute mit und ohne Fluchterfahrung. Für die kommenden Woche haben sie gemeinsame Kochevents im Eschholzpark geplant: Kitchen on the Run.

Was genau verbirgt sich hinter eurer Aktion im Eschholzpark?

Hanna Schiebel: Unser Dachverband aus Berlin hatte sich die Frage gestellt, wie er die Idee des gemeinsamen Kochens noch besser nach außen tragen kann. Deshalb sind 2016 erstmalig Mitglieder mit einem großen blauen Kochcontainer in verschiedene Orte Europas gefahren, um dort einen Monat lang zu kochen und vor Ort eine Vereinsstruktur aufzubauen.

Allerdings steckt viel Logistik dahinter, um den Container von einem Ort zum anderen zu transportieren. Daher gibt es seit letztem Jahr eine einfachere Version davon und zwar ein kleiner Anhänger mit Küche, mit dem man mobiler ist. Der ist jetzt zusätzlich zum großen Container auf den Straßen unterwegs. Mit dieser Küche wollen wir nächste Woche fünf Tage lang im Eschholzpark kochen.

"Wir möchte eine breite Öffentlichkeit erreichen, also dass Leute mit dem Fahrrad anhalten und man ins Gespräch kommt."

Was versprecht ihr euch von der Aktion?

Pascal Hauser: Wir organisieren ja immer wieder Kochabende in Freiburg, aber das ist das erste Mal, dass wir so im Freien kochen. Der Anhänger wird im Eschholzpark bei der roten Röhre stehen und wir möchte eine breite Öffentlichkeit erreichen, also dass Leute mit dem Fahrrad anhalten und man ins Gespräch kommt. Es wäre natürlich auch schön, wenn sich durch die Aktion noch weitere Sponsoren für unseren Verein finden. Aber wir freuen uns vor allem auch über neue Teammitglieder, die uns bei der Organisation helfen oder neue Teilnehmer für unsere Kochabende.

Wie kann man denn daran teilnehmen?

Hanna Schiebel: Für die Kochabende von Dienstag bis Freitag muss man sich online über eine Eventplattform anmelden, denn wir haben leider nur 30 Plätze pro Abend. Es gibt aber für jeden Kochabend noch einige freie Plätze. Für den Samstag haben wir ein offenes Picknick geplant. Da kann jeder kommen und mitbringen, was er möchte. Wir kooperieren bei der Aktion auch wieder mit "Bildung für alle e.V.", die kostenlose Deutschkurse für Migranten organisieren und "Bike Bridge", die Fahrradkurse für geflüchtete Frauen anbieten. Die Veranstaltung wird also auch in deren Netzwerken geteilt, sodass wir hoffen, dass es eine bunte Mischung an Teilnehmern wird.

"Es gibt an jedem Kochabend einen Koch, der Experte für die Küche seines Landes ist und die anderen anleitet."

Welche kulinarischen Höhepunkte erwarten einen denn?

Pascal Hauser: Wir haben zwei syrische Abende geplant, ebenso wie eine irakischen und einen peruanischen. Das heißt, es gibt an jedem Kochabend einen Koch, der Experte für die Küche seines Landes ist und die anderen anleitet. Vorbereitet und gekocht wird dann gemeinsam, nur der Koch stellt eben das Rezept zur Verfügung. Und am letzten Tag veranstalten wir ja ein Picknick und da kann jeder vorbeikommen und etwas mit bringen.

Wir hoffen darauf, dass kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt beim Anhänger geteilt werden. Wir werden an dem Tag wahrscheinlich auch ein paar Salate zur Verfügung stellen. Es kann also auch jeder kommen, der vielleicht an den Kochabenden davor keinen Platz mehr ergattern konnte.
  • Was:Kochabende im Eschholzpark
  • Wann: Dienstag, 24. bis Freitag, 27. Juli, jeweils ab 18 Uhr gemeinsames Kochen im Eschholzpark, am 28. Juli gibt es ab 16 Uhr ein offenes Picknick ohne Anmeldung.

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