Kippen nur noch mit Geheimzahl

Adrian Hoffmann

strong>Umstellung für alle Raucher: Zigaretten können ab Anfang 2007 nur noch mit EC-Karten und Geldkarten gezogen werden - sofern sie an Personen über 16 Jahre ausgegeben wurden. Dahinter steckt das Vorhaben der Bundesregierung, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Für Automatenvertriebe bedeutet das hohe Kosten und wohl auch deutliche Umsatzeinbußen.



Oliver Meier, 34, Geschäftsführer des Automatenvertriebs Kramer-Meier in Weil am Rhein, hat schon seit fast fünf Jahren mit der Umrüstung seiner 400 Automaten zu tun, die Gesetzesänderung ist schon längere Zeit bekannt. Im Schnitt koste ihn die Umrüstung pro Automat 500 Euro, sagt er. Trotzdem sieht er die Regelung einigermaßen locker: "Als Nichtraucher empfinde ich das natürlich als tolle Sache", sagt er, "aus Unternehmenssicht eher weniger." Er rechne mit 50 Prozent Umsatzeinbußen im Januar, die danach aber zurückgingen, weil der Raucher ja ein Gewohnheitstier sei und sich früher oder später die Geldkarte auflädt. Dann geht es weiter wie zuvor.




Für Meier stellt sich eher die Frage, ob die Umrüstung der Automaten denn auch das bringt, was man sich davon erhofft. "Je schwerer es man den Jugendlichen macht, desto größer ist der Reiz", sagt er. Das Problem sei nicht, dass Zigaretten leicht zugänglich sind. "Als ich 15 war, wäre es für mich ein Unding gewesen, Zigaretten zu rauchen, und heute ist es cool - es ist eine Frage der Erziehung." Oliver Meier befürchtet, dass sich Dealer in kleiner Version bilden, nämlich über 16-jährige Jugendliche, die Zigaretten einfach an jüngere Jugendliche verticken, möglicherweise sogar noch mit einem Aufpreis, wenn sich geschäftstüchtig sind.