Kießling her!

Hanno Riethmüller

Unser WM-Blogger Hanno fragt sich, warum Stefan Kießling in der bisherigen Planung von Jogi Löw keine Berücksichtigung findet, handelt es sich bei Kießling doch um den aktuellen Torschützenkönig der Bundesliga - der obendrein gut ins deutsche System passen würde.



„Wo ist Behle?“ fragte der legendäre Sportreporter Bruno Moravetz bei den Olympischen Spielen 1980 immer wieder, weil die Fernsehkameras über lange Zeit versäumten, den auf Medaillenkurs befindlichen Skilangläufer Jochen Behle zu zeigen.


Ähnlich wie Jochen Behle ergeht es im Moment Stefan Kießling in der Diskussion, wer denn nun statt des gesperrten Klose die Tore für Fußball-Deutschland schießen soll. Keiner redet von Kießling, als ob er in Südafrika gar nicht dabei wäre. Sechs Spieler hat Bundestrainer Löw für die Offensiv-Positionen nominiert und in beiden deutschen WM-Spielen sind jeweils fünf davon zum Einsatz gekommen. Nur eben Kießling nicht.

Man erinnere sich, wie vor einigen Monaten in den Medien die Diskussion um Kevin Kurányi hochkochte. Der beste deutsche Torschütze der Bundesliga müsse doch für Deutschland spielen, so die weitgehend einhellige Meinung der sogenannten Fußballexperten. Dabei hatte Kurányi zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein Tor mehr geschossen als Kießling.

Nun ist Kießling der erfolgreichste deutsche Torschütze der Bundesliga.  Für ihn gilt aber offenbar nicht, was für Kurányi galt. Stattdessen: Cacau oder Gomez? Oder vielleicht sogar Kroos in die Mitte, Özil nach links und dafür Podolski auf die Klose-Position?

Da es sonst keiner macht, frage ich: „Wo ist Kießling?“ Cacau hat nach der Einwechslung gegen Serbien nun wirklich keine Bäume ausgerissen. Und Gomez war bei seinen beiden Kurzeinsätzen kaum zu sehen. Dagegen müsste ein spielender Stürmer wie Kießling doch eigentlich gut in das deutsche Kombinationsspiel passen, das uns im Australienspiel so begeistert hat.

Jogi! Gib mir Kießling!

[Foto: dpa]

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