Polizei

Keine Spur von den gestohlenen Baby-Ziegen des Freiburger Mundenhofs

Simone Höhl

Zwei Zicklein wurden auf dem Freiburger Mundenhof geklaut. Tiere werden dem Gehege selten gestohlen, öfter werden ihm Tiere untergemogelt. Die enden allerdings als Futter.

Bisher gibt es keine Spur von den Baby-Ziegen, die dem Mundenhof gestohlen wurden. Die Polizei sucht weiter nach dem Täter, der die beiden neugeborenen, schwarz-weißen Zicklein zwischen Dienstagabend und Mittwochfrüh aus einem Stall im städtischen Tiergehege nahm. Und die Ziegenmutter sucht nach ihren Jungen.


"Die Ziegen merken das schon, die trauern auch", erklärt Berno Menzinger, einer der Mundenhof-Leiter, am Donnerstag. Allerdings verarbeiten die Tiere Verluste auch schnell, weil sie in der Natur häufiger sind. Auf dem Mundenhof leben nun noch sechs der Walliser Schwarzhalsziegen: der Bock, vier Geißen und ein Zicklein, das im Februar zur Welt kam. Die gestohlenen Neugeborenen haben ohne das Muttertier kam Überlebenschancen.

Tierdiebstahl ist selten

Dem Mundenhof wurden noch nicht oft Tiere geklaut. "Es ist schon passiert, aber zum Glück sehr selten." Große Tiere waren nicht dabei. "Noch keine Kuh und noch kein Bison", sagt Menzinger. Aber schon Meerschweinchen und Kaninchen. "Wir sind ja frei zugänglich", sagt der Chef des Tiergeheges im Westen der Stadt. Das hatte allerdings vor einiger Zeit nach einer Beratung durch die Polizei auch einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen, zu denen zum Beispiel Kameras gehören.

Meerschweinchen, Kaninchen und andere Tiere werden dem Mundenhof auch heimlich gebracht. Wenn Mitarbeiter ausgesetzte Tiere entdecken, nehmen sie sie aus dem Gehege, allein schon wegen möglicher Krankheiten. "Wir nehmen keine Tiere auf", sagt Menzinger. Die Ausgesetzten werden zu Futter – für Uhus, Erdmännchen und für Buntmarder, wenn die Neuzugänge da sind.

Bundtmarder statt Bär

Der Mundenhof hält vor allem Haus- und Nutztiere aus aller Welt. Das Tiergehege wurde im Jahr 1968 eingerichtet, auch mit Raubtieren. Im Sommer 2015 starb Joschi, der letzte Mundenhof-Bär. Sein altmodisches Betongehege soll gründlich für ein Pärchen Buntmarder umgebaut werden. Am 2. Mai wird der Gemeinderat mit dem Etat der Stadt über die Mittelfreigabe für den Rück- und Umbau entscheiden, der 300 000 Euro kosten soll. Der Förderverein hat bereits einen Grundstock gelegt, sagt Menzinger.

Der Sibirischen Buntmarder gilt als ideal für Tiergehege, weil er neugierig ist, gern klettert, schwimmt und rumrennt. Der Mundenhof steht schon länger auf der Warteliste für ein junges Männchen und Weibchen, die in verschiedenen Zoo-Zuchtlinien geboren werden müssen. "Wir rechnen damit, dass wir den diesjährigen Nachwuchs bekommen." Das wäre frühestens Ende des Jahres.
Wer weiß was über den Ziegenklau? Sachdienliche Hinweise an die Polizei bitte unter 0761/4768700.

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