Keine Second-Life-Accounts bei Xing

Christoph Müller-Stoffels

Das Business-Netzwerk Xing (früher openBC) läßt keine Kunden zu, die sich nur mit ihrem Second-Life-Namen anmelden. Eine Bloggerin berichtet, dass ihr Xing-Account gelöscht wurde. Sie ist kein Einzelfall. Damit kann dieses Geschäftsfeld nicht über Xing abgedeckt werden.

Wie die Bloggerin Melina Loonie berichtet, kann sie ihren seit November 2006 existierenden Xing-Account nicht mehr verwenden. Mit Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Xing vermutet sie, dass die Business-Plattform ihr den Zugang verweigert, weil sie ausschließlich ihren Second Life-Namen angegeben hat. Pseudonyme und Künstlernamen sind nicht erlaubt. Melina Loonie dazu: ""Melina Loonie" (der Avatarname; Anm. Fudder) ist für mich jedenfalls kein Künstlername oder ein Pseudonym, sondern der Name einer Geschäftsfrau, wenn auch in einem virtuellen Umfeld. Mir persönlich ist nicht klar, was der Name über eine Person aussagt, ob nun RL oder SL Name."


Xing sieht sich im Recht. Auf Fudder- Anfrage ließ das Unternehmen verlauten: "XING ist ein Business-Netzwerk, bei dem es sich in erster Linie um Geschäftskontakte handelt. Geschäftleute suchen und finden bei XING nützliche Kontakte, wichtige Informationen, Aufträge, Mitarbeiter, Jobs, Kunden und Ideen. Dabei muss zwischen den Parteien ein Vertrauensverhältnis entstehen und das kann nur aufgebaut werden, wenn man weiß, mit wem man es wirklich zu tun hat. Ausserdem soll auf XING jeder vom Netzwerk profitieren können, und das geht nur, wenn sich Mitglieder mit ihren "richtigen" Namen anmelden, um so schneller auf der Plattform auch gefunden zu werden."

Nach Einschätzung von Melina Loonie verschließt sich Xing so einem großen Geschäftsfeld. In den Kommentaren zum Blog-Eintrag berichtet eine Userin, deren Account ebenfalls gesperrt wurde, dass ihr ihr "letzter Businesskontakt über Xing im nächsten Monat hoffentlich 4000 Euro bescheren" wird.

Auch Xing sieht "in der Plattform Second Life (SL) großes Potenzial. Vor einiger Zeit haben wir die Plattform SL getestet, indem wir ein internes Event dort veranstaltet haben." Allerdings will es das Unternehmen vorerst dabei belassen. "Derzeit sind jedoch keine weiteren Events sowie keine Zusammenarbeit mit SL geplant." Auch eine Rubrik für Avatarnamen aus SL oder anderen virtuellen Welten wird es vorerst wohl nicht geben. Ob das Ausdruck gesunder Skepsis oder mangelnder Weitsicht ist, wird sich zeigen.