Keine Downtown-Streetparty 2012

Markus Hofmann

Nach der Freiburger Abi-Nacht und dem Public Viewing im Eschholzpark fällt eine weitere Freiburger Großveranstaltung ins Wasser. Die Downtown-Streetparty 2012 findet nicht statt. Dies bestätigt Schlappen-Wirt Frank Czaja, zugleich Sprecher des Vereins "Downtown-Streetparty". Ein Aus für immer?



Als Grund für die Absage nennt Czaja (Foto links) den hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand, den die Auflagen der Stadt Freiburg auslösen. Die 12 Mitglieder des Vereins "Downtown-Streetparty" haben, so Czaja, bereits im März 2012 beschlossen, das Fest abzusagen - und zwar einstimmig. Die Stadt Freiburg erfuhr heute erst durch Anfragen der Medien von der Absage. Bürgermeister Otto Neideck hatte zuvor das Amt für öffentliche Ordnung gebeten, in den kommenden Tagen auf die Veranstalter zuzugehen und sich nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen.


Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt Freiburg, wehrt sich dagegen, dass der Stadtverwaltung kategorisch der schwarze Peter zugeschoben wird, wenn eine große Veranstaltung nicht stattfinden kann, und betont: "Die Stadt hat dafür Sorge zu tragen, dass Veranstaltungen so ablaufen, dass niemand gefährdet wird." Schlappen-Wirt Czaja stellt nicht die Notwendigkeit in Frage, dass sich die Stadt Freiburg Gedanken über den sicheren Ablauf des Fests machen muss. Die verordneten Auflagen hält Czaja jedoch für „übertrieben“ und verweist darauf, dass es bei dem Fest, das erstmals 1995 statt fand, nie Sicherheitsprobleme oder Schlägereien gegeben habe.

Konkret kritisiert Czaja, dass durch den vorgeschriebenen Einsatz von Security-Firmen die Kosten signifikant gestiegen seien, was zu Lasten des kulturellen Angebots – speziell der Bands – gegangen sei. Zugleich sei auch der organisatorische Aufwand für die Gaststättenbetreiber, die das Fest organisieren, gestiegen.

Czaja nennt ein Beispiel: Die Stadt Freiburg habe die Zahl der Gäste, die sich zeitgleich auf der Partymeile und in den Downtown-Kneipen des Bermuda-Dreiecks aufhalten durften, auf maximal 5000 festgesetzt. Dieses Limit mussten die Veranstalter kontinuierlich kontrollieren und in allen Gaststätten und im Open-Air-Bereich zählen, wie viele Besucher sich aktuell auf dem Areal aufhalten. Das Ergebnis der Zählung musste, so Czaja, stündlich per E-Mail dem Amt für öffentliche Ordnung  mitgeteilt werden. „Ein wahnsinniger Aufwand“, sagt Czaja.

"Null Komma null Ahnung von der Materie"

Holger Probst, der Vorsitzende des Vereins „Downtown-Streetparty“ und Gesellschafter der Maria-Bar,  findet im Freiburger Stadtmagazin Chilli keine freundlichen Worte für die Politik der Stadt: „Die Entscheider sitzen in ihren Büros und haben null Komma null Ahnung von der Materie. In Freiburg werden die Auflagen viel zu hoch gelegt. Und es wird immer schlimmer.“ Auch Czaja klingt genervt und müde, weswegen die Veranstalter der Downtown-Streetparty für 2012 nicht einmal eine Bewilligung für das Fest beantragt hatten: „Wir hatten einfach keine Lust mehr auf die ständigen Diskussionen.“

Der Verein „Downtown-Streetparty“ ist zwischenzeitlich aufgelöst worden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Party im Bermuda-Dreieck für immer zu Grabe getragen wird. „Für 2013 werden wir in die Planung reingehen“, sagt Czaja. Von der Stadtverwaltung fordert er bis dahin einen „klaren Rahmen, der für alle Feste gilt“.

[Fotos: Lohmüller, Kunz]