Keine Bombendrohung, sondern Missverständnis

David Weigend

Viel Lärm um nichts: Das Paket, das heute Nachmittag die Filiale der Deutschen Bank am Rottecking erreicht hat, enthielt nichts Verdächtiges, sondern lediglich Werbung. Den Vermerk "Höhere Gewalt / Bombendrohung" hatte eine Mitarbeiterin der Bank fehlinterpretiert.



Polizeisprecher Ulrich Brecht hat die Verwechslung um 16.50 Uhr aufgeklärt: Der Mitarbeiter eines Paketdienstes wollte das Paket am Freitag zustellen. Dies war ihm jedoch nicht möglich, da die Filiale der Deutschen Bank am Rotteckring wegen der Bombendrohung gesperrt war. Also vermerkte er handschriftlich auf dem Paket ,Höhere Gewalt / Bombendrohung'.


Heute hat der Paketlieferant erneut versucht, das Paket zuzustellen. Diesmal mit Erfolg. Jedoch fiel einer Mitarbeiterin der Deutschen Bank bei der Ablage der seltsame Vermerk auf. Sie interpretierte ihn als erneute Bombendrohung. So wurde der gleiche Mechanismus in Gang gesetzt wie am Freitag: Der Rotteckring wurde abgesperrt, das Gebäude geräumt, die Delaborierer aus Stuttgart angefordert. Alles umsonst.

Die Polizei konnte den Paketzulieferer rasch ermitteln. "Es hätte sicherlich geholfen, wenn der Zusteller das Schlüsselwort "Bombendrohung" bei seinem Vermerk noch etwas erläutert hätte", so Brecht.

Zum gefährlichen Koffer vom Freitag gibt es noch nichts Neues. Er befindet sich derzeit in einem Labor des LKA in Stuttgart, dort werden Spuren untersucht. Mit einem Ergebnis rechnet die Polizei nicht vor Freitag. Auch die Videobänder, die am Freitag in der Deutschen Bank aufgezeichnet wurden und von denen sich die Polizei nähere Informationen für eine genaue Täterbeschreibung erhofft, werden noch ausgewertet.