Keine badische Lösung: Schauinslandkönig vor dem Aus

Dana Hoffmann

Das Bergzeitfahren um den Titel des "Schauinslandkönig" erlebt vielleicht noch nicht einmal seinen ersten Geburtstag. Grund ist ein Streit zwischen den Veranstaltern des Radrennens und dem Betreiber des Museumsbergwerks. Dana hat sich für fudder zwischen die Fronten gewagt.



Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr sollte der "Schauinslandkönig 2008" noch größer, schöner, besser werden. Nebem dem Jedermann-Radwettkampf am Sonntag hatten Alexander Lang und Thorsten Schäfers für dieses Mal auch einen Berglauf am Samstag geplant. Momentan sieht es aber eher schlecht aus für die beiden Veranstalter aus Freiburg. Denn der Betreiber des Bergwerkmuseums und der Rollerstrecke am Schauinsland Berthold Steiber hat seinerseits eine Veranstaltung angemeldet und die Sperrung der Fahrstraße beantragt, allerdings eine Woche später, am 20. und 21. September. Zwei autofreie Wochenenden für zwei Sportevents will das Landratsamt aber nicht genehmigen.


"Steiber hat überhaupt kein Konzept", behauptet Schäfers. "Er will sich an unserer Infrastruktur bereichern." Auch von Rache und Erpressung ist die Rede. Steiber kennt die Vorwürfe, kann darüber aber nur lachen: "Letztes Jahr ist einiges schief gelaufen, die lokalen Betriebe wurden nicht berücksichtigt und nicht in die Veranstaltung mit einbezogen. Langs Kooperationsangebote waren und sind überhaupt nicht ernst zu nehmen."

Der Vorschlag von Lang und Schäfers, Bergwerk und Rollerstrecke könnten sich im Start- und Zielbereich präsentieren und ausserdem die Straße am Samstag von neun bis vier Uhr nutzen, bezeichnet Steiber als "frech" und "nicht ausreichend".



Die königliche Veranstaltung soll am Samstag um vier mit dem Lauf beginnen und am nächsten Tag komplett den Fahrern gewidmet sein. "Den Sonntag kann Lang haben, das ist für mich ein Gebot der Fairness", so Steiber. Am Samstag wolle er aber neben einer Rollerabfahrt, einem Gipfelsturm mit Solarfahrzeugen und einer Inliner- und Skateboardtour selber einen Lauf veranstalten. "Der Schauinsland soll sich in dem Event wiederfinden. Mit Naturschutz, lokalen Vereinen und Angeboten für die ganze Familie."

Laut Steiber seien Lang und Schäfers nicht kooperationsbereit, ein Schlichtungsgespräch mit dem Oberrieder Bürgermeister und IG Schauinsland-Vositzenden Franz-Josef Winterhalter sei "desaströs" verlaufen.

Der Bergwerkchef wirft seinen Konkurrenten unseriöses und agressives Verhalten vor: "Es gab schriftliche Anfragen an meine Partner mit  dem Vorschlag, sie sollen sich von mir abwenden und bei Lang mitmachen." Steiber, der die Idee für den Berglauf für sich und Fernando Schüber von Freiburg aktiv reklamiert, wirft Lang ausserdem mangelnde Professionalität vor: "Das Rennen wird sehr stark beworben, die ersten Anmeldungen sind da, obwohl es noch keine Genehmigung gibt." Auch 2007 wäre noch wenige Tage vor dem Rennen um die Erlaubnis vom Landratsamt gekämpft worden und schließlich mit der Bitte erteilt, dieses Jahr anders an die Sache heran zu gehen.

Rund 2 000 Teilnehmer erwarten Lang und Schäfers beim diesjährigen Rennen, das sind doppelt so viele wie 2007. "Wir haben ein gutes Konzept erarbeitet
und hatten damit letztes Jahr großen Erfolg, ist doch klar, dass Steiber sich dran hängen will", vermutet Schäfers.



Beide Parteien bleiben hart, eine Einigung ist aber nötig, um überhaupt eine Veranstaltung zu auf die Beine zu stellen. Ein möglicher Kompromiss wäre für Berthold Steiber, die von beiden geplanten Läufe zusammen zu fassen und gemeinsam zu veranstalten. Aber: "Ich könnte ja mit ihm, aber er lehnt mich ab."

Diese Vermutung Steibers bestätigt Alexander Lang: "Wir wollen auf keinen Fall mit ihm zusammen arbeiten, schon gar nicht wirtschaftlich." Im Falle einer Kooperation müssten Zeitmessung, Streckenposten und ähnliches aus einer gemeinsamen Kasse gezahlt werden. Ausserdem gebe es an Steibers Konzept einen großen Nachteil: "Die ständigen Richtungswechsel, Roller runter, Solarfahrzeuge hoch, Inliner runter und so weiter sind für die Teilnehmer gefährlich. Wir wollen für so etwas nicht die Verantwortung übernehmen."

Konstruktive Lösungsvorschläge kommen angesichts der Problematik aber auch von Alexander Lang: "Wir überlegen, ob wir unser Programm auch an einem Tag durchziehen könnten, dann hätte Steiber den ganzen Samstag für seine Sachen." Auch die Möglichkeit, die zwei autofreien Tage auf zwei Wochenenden zu verteilen, bestehe.

Im Kampf um die Straßennutzung auf dem Schauinsland stehen sich der Erfolg des Schauinslandkönigs vom vergangenen Jahr und 30 Jahre Einsatz für touristische Belange in der Schauninslandregion gegenüber. Ob eine für alle Beteiligten akzebtable Entscheidung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Sollten beide Anträge scheitern, wird es dieses Jahr wohl keine sportlichen Highlights auf dem Freiburger Hausberg geben. Alexander Lang und Thorsten Schäfers deuten für diesen Fall Alternativen an, auch Berthold Steiber gibt sich kämpferisch: "2009 stehe ich mit einem attraktiven Programm auf der Matte."

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