Ärger auf dem Weihnachtsmarkt

Keine Pizza mehr durchs Fenster: Brautmodeboutique darf nicht verkaufen

Yvonne Weik

Aufruhr am Rand des Weihnachtsmarkt: Eine Brautmodeboutique in Unterlinden verkaufte Pizza durchs Ladenfenster. Die Marktbeschicker beschwerten sich. Zu Recht: Die richtige Genehmigung fehlte.

Eigentlich verkauft Teresa di Giacomo in ihrer Boutique in Unterlinden Brautkleider. Jetzt wollte sie Pizza durch ihr Ladenfenster anbieten. Und zwar so lange, wie der Weihnachtsmarkt vor ihrer Boutique stattfindet. So einfach, wie sich die Geschäftsfrau das vorgestellt hat, ist es aber nicht: Das Amt für Öffentliche Ordnung (AfÖ) hat ihr den Verkauf untersagt.


Am Dienstag gingen die ersten Pizzastücke durchs neue Schiebefenster und über die improvisierte Ladentheke. Geliefert wurden sie von Teresa di Giacomos Bruder Lu Guida, der die "Beatzzeria" an der Wasserstraße betreibt. Dazu gab’s Bier und Getränke aus der Flasche – allerdings nicht lange.

"Zuerst kam jemand von der FWTM, dann die Polizei", sagt Teresa di Giacomo. Dabei habe sie doch eine Genehmigung, dachte sie. Ein Waschbecken fehlte allerdings laut Hinweis des Amts noch. Teresa di Giacomo besserte nach, für 1000 Euro, wie sie sagt, und verkaufte am Freitag wieder Pizza. Bis nachmittags – dann kam das endgültige Aus vom AfÖ.

Keine Genehmigung während des Weihnachtsmarkts

"Es fehlte die Sondernutzungserlaubnis", erklärt Stadtsprecherin Edith Lamersdorf. Die regle, dass Essen und Getränke auf öffentlichem Raum verzehrt werden dürfen. Die Marktbeschicker hatten sich bei der Verwaltung beklagt. Sie wissen, was Teresa di Giacomo nicht wusste, wie sie sagt: Während des Weihnachtsmarkts vergibt die Stadt eine Sondernutzung auf den öffentlichen Flächen nur an die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) – gegen Gebühr.

Die gibt die Erlaubnis weiter an die Marktbeschicker, die sich offiziell bewerben müssen. Deswegen dürfe auch "Toms" bis zum 23. Dezember keinen Sekt mehr auf dem Platz in Unterlinden verkaufen, so Lamersdorf. In den übrigen Monaten hat das Restaurant dort für die Außenbewirtung die notwendige Sondernutzungserlaubnis.

Enttäuschung in der Brautboutique

Teresa di Giacomo ist enttäuscht. Seit 20 Jahren hat sie den Trubel des Weihnachtsmarktes direkt vor der Ladentüre – und der sei gar nicht gut fürs Geschäft, sagt die Geschäftsfrau. Die schnelle Pizza durchs Fenster der Brautmodeboutique sollte ihre finanziellen Einbußen im Dezember verringern. Doch die Pizza-Idee hatte nie eine Chance, genehmigt zu werden: "Das hätte mir doch jemand sagen können, dann hätte ich nicht auch noch in ein Waschbecken investiert", sagt Teresa di Giacomo.

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