Kein Edelclub als Dubliner-Nachfolger

Dana Hoffmann

Am vergangenen Samstag öffnete der Dubliner Irish Pub am Münsterplatz zum letzten Mal die Kellertüren. Kaum war die Karaoke-Maschine ausgeschaltet, brodelte es in der Gerüchtebrauerei: Ein neuer Edel-Club soll im Sommer in die Katakomben einziehen. Was an diesem Gerücht dran ist, hat Dana recherchiert.



Nach dem Aus fürs Dubliner sollte, so konnte man diese Woche lesen, in die Räume im Keller des Kornhauses ein Ableger der Edel-Club-Kette „Puro“ einziehen. Schaut man sich die Bilder der Puros in Berlin und Dresden an, fällt der Vergleich mit der urigen Freiburger Location im Keller des alten Speicherhauses schwer: Futuristische Sound-, Video- und Lichtsysteme, Sushi-Lounge, stylische Einrichtung in weiß oder anthrazit, mehrere Bars, Main und Funky Floor bieten dort eine perfekte Kulisse für das gehobene Partyvolk.




Undenkbar für Freiburg, das meint zumindest Ayhan Mazun, der ehemalige Betreiber des Dubliners und des Crystal Clubs. „Ich habe genug Erfahrung im Gastrobereich und ich bin mir sicher, dass so etwas hier nicht funktionieren kann.“

Ganz ähnlich sieht man das bei Puro auch: „Wir werden definitiv keinen Club in Freiburg eröffnen“, so Mirco Meinel, der Chef des Unternehmens. Der Grund wird beim Klicken durch die Fotogalerien schnell klar: Die Großstädter vergnügen sich wochenends gerne schick und großräumig, der Club in Dresden erstreckt sich auf 1.600 Quadratmeter, die Lounge in Berlin ist nur unwesentlich kleiner. „Unsere Philosophie ist: Stell so viele Couchen rein, wie du kannst“, erklärt Meinel das Puro-System. „Unsere Gäste wollen nicht ständig von Fremden berührt werden, nur weil zu wenig Platz ist. Sie sind anspruchsvoll, was Konsum, Aussehen und Musik angeht.“



Abgesehen vom fehlenden Platz für all die weißen Sofas á la Puro gibt es für Ayhan Mazun noch weitere Mängel, die einem Geschäftserfolg im Wege stehen: „Wer den Dubliner kennt, weiß auch, wie hier die Toiletten aussehen und dass es keine Klimaanlage gibt.“ Das sei auch der Grund gewesen, warum  Mazun den Pub und den daran anschließenden Crystal Club aufgegeben hat: „Es gab immer wieder leere Versprechungen vom Hauseigentümer, aber nichts ist passiert. Mir waren zum Schluss die 9 000 Euro Miete einfach zu hoch.“



Ayhan Mazun hat vor, weiterhin in der Freiburger Gastroszene aktiv zu sein. Er kündigt an, in den nächsten Wochen Details zu seiner geplanten Neureröffnung bekanntzugeben.

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Puro: Website