Kaporns Pornobalken (4)

Al Kaporn

Fortschritte in Ollis Schnurrisoap: Der Oberlippenbart beginnt angeblich, sich nach oben zu kräuseln. Wildwuchs! Auch das Jucken lässt allmählich nach. Nervig: Einige weibliche Clubbedienungen grapschen immer wieder unaufgefordert nach dem Flaumerl; Milch und Schweiß bleiben hängen. Go for Schnurres!



So ein Dreck. Wach ich doch wegen meinem eigenen Bärtchen auch noch auf, weil es in der Nacht über meine Lippe gewachsen ist. Dieses Problem kennen wahrscheinlich viele Bartträger. Deshalb hat irgendein Schlauberger ja auch den Barttrimmer erfunden. Bei meinem Bartwuchs tut es aber auch eine Nagelschere.




Ich habe mich an diesem Morgen sowieso dazu entschlossen, meinen Bart anzumalen, weil ich von einem satten Pornobalken träumte. Also fragte ich eine gute Freundin, wie ich das am besten machen könnte. Meine Brachialidee mit dem 8012er-Edding fand sie furchtbar.

So stand ich dann mit ihrem Kajal vorm Spiegel, um meinen hässlichen Freund über der Oberlippe sichtbar zu machen. Das Ergebnis reicht, wie ihr seht, von Natural Born Bärty, über den schwulen Detlef bei Police Academy bis hin zum Paten für Bartbefragungen.



Als Mutprobe habe ich es mir nicht nehmen lassen, in diesem Aufzug zu meiner Bank zu laufen. Ich war nicht mehr Herr Rath, sondern Walter aus Wien, der gerade einen Frisörladen in der Freiburger Innenstadt eröffnen will und für sich und Daisy ein bisschen Vorschuß braucht. Den Quatsch hat man mir voll abgenommen. Kreditwürdig ist man also schon, wenn man sich aufbrezelt und den Schnurri richtig einsetzt.



Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Die Reaktionen sind immer noch die selben: "Scheußlich, eklig, furchtbar, warum machst du das?", und so weiter. Ich find's ja mittlerweile gar nicht mehr so schlecht. Aber es ist eben immer noch zu wenig. Es würde sicher drei bis fünf Monate dauern, bis ich aus diesem Bauarbeiter-Azubi-Style rausgewachsen wär.

Und dann immer diese fremden Wurstfinger da dran. Hab kein Bock auf Herpes. Nee, der Bart und ich werden keine Freunde. Das Ding muss weg. Aber vielleicht lass ich ihn doch noch ne Woche dran.

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