Kaporns Pornobalken (3)

Al Kaporn

Nicht bei allen kommt Oliver Raths Unternasenbartwuchs gut an. Seine Nichte etwa, ein Jahr alt, mag Onkel Kaporn nicht mehr umarmen, seit er sich erkennbar einen Schnauz stehen lässt. Hier die wichtigsten Schnurrinews.



Eben bin ich durch Freiburg gelaufen und was hör ich: "Ist der süß, ach, wie niedlich, ahh, oh, äh..." Andererseits: Mein Schwager und meine Schwester finden's scheußlich. Viele Clubchefs finden's furchtbar. Glücklicherweise ist es im Nachtleben nicht so hell.


Ich war eigentlich die ganze Woche bei meiner Freundin in Berlin, um mich den Urteilen zu entziehen. Aber das Scheißding wächst sowieso nicht! Allein, bis meine Süße mich auf den Mund küsste, dauerte es eine Ewigkeit. Ich bin immer noch der Meinung: wenn ein Bart so spärlich wächst, ist es eher eine Pornobremse als ein Pornobalken.

Mein Kumpel Schäfer meinte, das Ding sei das Gegenteil von Hitler, weil in der Mitte nichts wächst. Andauernd geht man mit seinen Wurstfingern über die Oberlippe, um nachzufühlen, was der Fremdkörper da macht. Und dann noch die Farbe. Erst blond, dann rot, jetzt rotbraun, eine Scheiße ist das.



Dass die paar Härchen über der Lippe soviel Interesse erwecken und so stark polarisieren, hätte ich nicht gedacht. Ich selbst kann mich mit dem Ding abfinden. Und ich habe gemerkt, dass ich auf andere Bartträger schaue, dass ich ihre Bärte inspiziere, meist neidisch auf einen satten Vollschnautzer.

Das ist wohl so wie bei den Hundebesitzern. Man kuckt, was der andere so zu bieten hat. Ich habe gemerkt, wie viele Busfahrer einen Schnauzbart tragen. Wenn ich an einem vorbeifahre, nickt man sich zu. So ein Schnauz, das hat was Gemütliches.