Kandidaten-Fragebogen: Gabi Rolland, SPD (Freiburg II)

fudder-Redaktion

Seit Wochen lächeln sie uns freundlich von Plakaten an, die Kandidatinnen und Kandidaten der Landtagswahl für die Wahlkreise Freiburg I und II. Am kommenden Sonntag, 27. März, haben wir die Wahl. Doch wofür stehen die Kandidatinnen und Kandidaten eigentlich? Wir haben Sie einen Fragebogen ausfüllen lassen. Fünfte Kandidatin im Wahlkreis Freiburg II in unserer Reihe: Gabi Rolland, SPD.



Name: Gabi Rolland
Partei: SPD
geboren am 6.12.1963 (Nikolaustag!) in Kenzingen

Wohnort/Stadtteil: Freiburg-Stühlinger
Familienstand: verheiratet
Beruf: Dipl. Verwaltungswirtin (FH)

Was ist derzeit Ihr wichtigstes politisches Anliegen?
Die Bildungschancen eines Kindes dürfen nicht mehr von der Herkunft abhängig sein. Gerade für den Freiburger Westen zeigt der Bildungsbericht der Stadt Freiburg auf, dass der Übergang auf das Gymnasium erheblich schlechter ist im Gegensatz zum Osten. Wir haben also nicht nur ein Sozial- sondern auch ein Bildungsgefälle in der Stadt.

Bildung ist der Schlüssel zu Integration, technischem Fortschritt und sozialem Aufstieg. Deshalb brauchen wir ein neues Bildungsverständnis und Schulstrukturen, die sich nach den Bedürfnissen der Kinder richten.

Warum sind Sie ausgerechnet Ihrer Partei beigetreten?
Mein politisches Engagement begann mit dem Erhalt eines Feuerwehrgerätehauses als Jugendzentrum. Damals hat uns die SPD in unseren Anliegen unterstützt und über die Realisierung des Projektes bin ich dann aktiv in die SPD-Politik eingestiegen. Mich überzeugt auch heute noch die SPD als Mitmachpartei, die beim menschlichen Fortschritt auch immer die Überwindung sozialer Probleme im Auge hat.

Wenn von Ihrer Partei niemand antreten würde - welchen Mitkonkurrenten aus Ihrem Wahlkreis würden sie wählen - und warum?
Damit habe ich im zweiten Wahlgang einer OB-Wahl schlechte Erfahrungen gemacht. Anschließend wurde eine schwarz-grüne Koalition besiegelt, die dann auch noch die städtischen Wohnungen verkaufen wollte. So was mache ich nie wieder, da ist mir das Restrisiko zu hoch!

Wofür haben Sie zuletzt demonstriert?
Ich habe an der Mahnwache für die Opfer der Naturkatastrophen in Japan am vergangenen Montag teilgenommen.

Was war ihr bisher größter politischer Fehler?
Nicht genügend innerparteiliche Opposition betrieben zu haben, als die rot-grüne Bundesregierung in mehreren Steuerreformen die Steuern gesenkt hatte. Das war der Einstieg dem Staat die Mittel zu entziehen, die er für den Ausbau einer modernen Infrastruktur braucht.

Zu welchem Thema haben Sie zuletzt Ihre Meinung geändert?
Früher wollte ich immer mit radikalen Maßnahmen Dinge verändern. Im Laufe der Jahre bin ich aber zur Erkenntnis gekommen, dass in der Regel nur viele kleine Schritte die großen Veränderungen bewirken.

Wer ist Ihr politisches Vorbild?
Erhard Eppler, weil er die ökologischen Probleme, die uns heute quälen, schon Mitte der siebziger Jahre als Erster thematisiert hat. Er hat eine Neuausrichtung der SPD-Politik bewirkt, deren erster Erfolg der Atomkonsens war, den Bundeskanzler Schröder mit der rot-grünen Bundesregierung erreicht hat. Seine Weitsicht und sein Durchhaltevermögen über viele Jahrzehnte beeindrucken mich.

Was ist die größte Stärke des Ländle?
Vielfalt und Ideenreichtum, womit die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes die immer knappen vorhandenen Ressourcen ausgleichen mussten.

Bitte vervollständigen Sie: "Wir in Baden-Württemberg können alles außer hochdeutsch und.... ?"
Demokratie - deswegen brauchen wir einen Regierungswechsel!

Woher beziehen Sie Ihren Strom?
Regiostrom von badenova – weil er Atomstromfrei ist und es sich um ein kommunales Unternehmen handelt, mit dem die Stadt Freiburg Umwelt- und Energiepolitik betreiben kann! Außerdem gibt das Unternehmen vielen Menschen in der Region Arbeit.

Was ist die Startseite in Ihrem Browser? Und welchen Browser benutzen Sie?
t-online

Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Zur Zeit das Regierungsprogramm der SPD ;-)) Sonst „Sämtliche Gedichte“ von Heinrich Heine und der „Abenteuerliche Simplicissimus Deutsch“ von Hans-Jacob Christoffel von Grimmelshausen (in neuer Übersetzung)

Welche Medien konsumieren Sie?
Drei Tageszeitungen, ein Wochenmagazin, Internet, zu wenig Radio, manchmal zu viel  Fernsehen.

Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?
Freiburger Sinfonieorchester vor vier Wochen. Ich habe ein Abonnement.

Mehr dazu:

  [Redaktioneller Hinweis: Die Veröffentlichung der Fragebögen erfolgt nach Wahlkreisen sortiert und in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen der Kandidatinnen und Kandidaten. Die Fragebögen der Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreis Freiburg I erscheinen am 22. und 23. März, die der Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreis Freiburg II am 24. und 25. März.]