Kandidaten-Fragebogen: André Martens, Piraten (Freiburg II)

fudder-Redaktion

Seit Wochen lächeln sie uns freundlich von Plakaten an, die Kandidatinnen und Kandidaten der Landtagswahl für die Wahlkreise Freiburg I und II. Am kommenden Sonntag, 27. März, haben wir die Wahl. Doch wofür stehen die Kandidatinnen und Kandidaten eigentlich? Wir haben Sie einen Fragebogen ausfüllen lassen. Dritter Kandidat aus dem Wahlkreis Freiburg II: André Martens, Piratenpartei.



Name: André Martens
Partei: Piratenpartei
geboren 1970 in Wilhelmshaven
Wohnort/Stadtteil: Denzlingen
Familienstand:
verheiratet, 2 Kinder

Beruf: Software-Ingenieur (Diplom-Informatik) und Betriebsratsvorsitzender in einer Freiburger Halbleiterfirma mit knapp 1000 Mitarbeitern

Was ist derzeit ihr wichtigstes politisches Anliegen?

Der Ausbau regenerativer Energien und mehr Bürgerbeteiligung. Angesichts der bisher erschreckend niedrigen Wahlbeteiligung muss die Politik sich Mühe geben, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Warum sind sie ausgerechnet ihrer Partei beigetreten?
Ich bin der Piratenpartei beigetreten, weil keine andere Partei das Thema Bürgerrechte als Kernthema glaubwürdig vertritt. Zu oft fällt es, je nach Partei, mal wegen überzogener Terrorangst, aus Unverständnis oder ganz einfach aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus hinten runter.

Ich habe damals bei der Massenklage gegen die Vorratsdatenspeicherung mitgemacht und die Petition gegen Internetzensur unterzeichnet. Die Piratenpartei ist die einzige Partei, die diese Dinge glaubwürdig politisch bekämpft. Außerdem steht bei uns die Mitmachkultur an erster Stelle, was ich bei keiner anderen Partei in dem Maße sehe.

Wenn von ihrer Partei niemand antreten würde - welchen Mitkonkurrenten aus ihrem Wahlkreis würden sie wählen - und warum?

Bevor es die Piraten gab, habe ich schon Jahre lang Grüne gewählt. Der Wahlkampf, den die Grünen sehr intensiv vor allem gegen uns machen, hat mir aber gezeigt, dass man bei Bündnis 90/Die Grünen ein völlig anderes Demokratieverständnis hat. Bei dieser Wahl würde ich deshalb mein Kreuz bei Gabi Rolland von der SPD machen. Sie war die einzige, die bei Podiumsdiskussionen, bei denen wir nicht teilnehmen durften, ihr Bedauern darüber geäußert hat, nicht mit uns diskutieren zu können. Bei der Podiumsdiskussion in der Uni hat sie explizit eine mögliche Koalition mit der Piratenpartei erwähnt, falls wir es in den Landtag schaffen.

Wofür haben Sie zuletzt demonstriert?
Für den Ausstieg aus der Atomkraft.

Was war ihr bisher größter politischer Fehler?
Als Erstwähler vor 22 Jahren die CDU gewählt zu haben.

Zu welchem Thema haben Sie zuletzt Ihre Meinung geändert?
Zur Forderung nach einer Senkung des Wahlalters. Früher war ich eher skeptisch, ob junge Wähler nicht zu einfach zu beeinflussen sind (siehe vorherige Frage) und war daher eher gegen eine Senkung. Ich habe aber aber, seitdem ich bei den Piraten aktiv bin, mit so vielen jungen Menschen diskutiert, um jetzt überzeugt zu sein, dass diese teilweise besser über die politischen Gegebenheiten informiert sind als viele volljährige Wähler.

Wer ist Ihr politisches Vorbild?
Rickard Falkvinge, Gründer der ersten Piratenpartei in Schweden.

Was ist die größte Stärke des Ländle?
Ganz klar die Autoindustrie und der Maschinenbau. Andererseits ist gerade die große Abhängigkeit vom Automarkt auch gleichzeitig die größte Schwäche des Ländles, da Krisen in dem Sektor hier besonders hart zuschlagen.

Bitte vervollständigen Sie: "Wir in Baden-Württemberg können alles außer hochdeutsch und.... ?"
Demokratie und Chancengleichheit im Bildungswesen.

Woher beziehen Sie Ihren Strom?
Von den Elektrizitätswerken Schönau. Außerdem besitze ich Anteile an den Windrädern auf dem Roßkopf.

Was ist die Startseite in ihrem Browser? Und welchen Browser benutzen Sie?

piraten-bw.de
Browser: Firefox

Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Politik: Stupid White Men - Michael Moore
Sachbuch: Die Krankheitserfinder - Jörg Blech
Roman: Beute (Prey) - Michael Crichton

Welche Medien konsumieren Sie?
Zur Information nutze ich praktisch nur noch das Internet, auch wenn ich es nicht klassisch als Medium bezeichnen würde - eher als öffentlichen Raum. Fürs Fernsehen habe ich kaum Zeit und auch nicht wirklich ein Bedürfnis. Radio höre ich nur, wenn ich im Auto sitze, was eher selten vorkommt.

Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?
Ein Musical namens "König Keks", in dem meine Tochter mitgespielt hat.
Davor war es Boss Hoss in Freiburg, was schon eine Weile her ist. Normalerweise bin ich eher Clubgänger (House, Elektro) als Konzertbesucher. Im weiteren Sinne könnte man also meinen eigenen Auftritt bei der letzten Pirate Party im Kamikaze zur Kategorie der Konzerte hinzuzählen. Ich trete nämlich selbst hin und wieder unter dem Namen Navigate auf, unter dem ich auch schon einige Platten veröffentlicht habe.

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