Kampfsportler Pascal Krauss: Fünf Antworten nach seinem ersten UFC-Sieg

David Weigend

So sehen Sieger aus: Am Samstagabend hat Freiburgs Mixed Martial Arts-Shootingstar Pascal Krauss (23) seinen ersten Kampf in der amerikanischen Profiliga UFC bestritten – und gewonnen. Wie schwer es für ihn ist, wieder an die Freiburger Uni zurückzukommen, erzählt er uns im Interview.



Pascal, am Samstag hast du deinen ersten UFC-Kampf gegen den Briten Mark Scanlon gewonnen. Vorbereitet hast du dich darauf zwei Monate lang in San Diego. Wie war die letzte Woche vor deinem UFC-Debut?

Vorm Kampf hatte ich extrem viel gute Presse bekommen. Die ganze Woche über kamen Reporter aus aller Welt, die mit mir sprechen wollten. Unzählige Fotoshootings. Es war der Hammer, ein riesiger Medienrummel. Übrigens habe ich am Rande vom Käfig auch Azad kennengelernt, der ein großer MMA-Fan ist. Ich mag seine Musik auch, wir werden in Kontakt bleiben. Aber wie gesagt, es gab für mich schon arg viele Vorschusslorbeeren. Neues Talent, bislang unbesiegt, blablabla. Dementsprechend hoch war die Erwartung und der Druck, der auf meinen Schultern lastete.

Wie lief der Kampf für dich?

Am Anfang, als wir im Stand waren, lief es erstmal nicht so toll. Ich war ein wenig verkrampft, habe nur die Standards gebracht, war nicht so variabel wie sonst. Ich habe schon ein paar Beulen auf dem Kopf, meinen Kiefer spüre ich auch heute noch beim Kauen. Er hat mir ein paar ganz gute Haken eingeschenkt.

Wann kam die Wende?

Als es in den Clinch ging. Sobald ich ihn am Boden hatte, übernahm ich die Kontrolle und konnte ihn von einer dominanten Position aus bearbeiten. Immerhin, zum ersten Mal musste ich über die volle Zeit gehen. Das war sehr lehrreich für mich. Spannend war es offensichtlich auch für die Zuschauer, unser Kampf wurde zur „Fight of the Night“ gewählt. Das ist schon ein ganz netter Betrag, der da zusätzlich rausspringt.



Hast du nach so einem harten Kampf überhaupt Lust, gleich wieder zu trainieren?

Ich werde jetzt erstmal zwei Wochen Pause machen. Mein Fuß ist dick, mein Knie tut weh. Generell habe ich momentan keinen großen Bock auf körperliche Kontakte mit anderen Männern. Die vergangenen zwei Monate, als ich mich auf diesen Kampf vorbereitete, waren hart. Aber bald werde ich wieder mit den alten Jungs von hier trainieren. Und dann geht’s wieder zurück in den Käfig.

Du bist aber auch an der Freiburger Sportuni immatrikuliert. Willst du dein Studium weiter verfolgen?

Ich würde nach wie vor mein Studium gern fertigmachen. Aber so einfach ist das nicht. Es hängt davon ab, wie meine Dozenten an der Sportuni dazu stehen. Drei Termine im Semester habe ich jetzt verpasst. Nun ja. Es ist schon ein wenig traurig, dass einem von dieser Seite so wenig bis gar kein Verständnis entgegengebracht wird. Die Wertschätzung für diesen Sport ist hier einfach noch nicht so da. Die vergangenen Wochen musste ich Autogramme schreiben und war der Mann im Fokus der Kampfsportwelt. Und jetzt, zurück in Freiburg, muss ich auf Knien rumrutschen, dass ich wieder studieren darf. Ich muss jetzt mit jedem Dozenten sprechen und klären, ob ich zu Prüfungen und so weiter überhaupt zugelassen werde. Erst dann kann ich weiterplanen. Laut UFC-Vertrag habe ich noch drei anstehende Kämpfe. Wenn ich weiter studieren sollte, könnte ich den nächsten Termin erst am Ende der nächsten Semesterferien wahrnehmen. Also Ende April 2011.

[Fotos: privat, david]

Video: Pascal bedankt sich bei seinen deutschen Fans für die Unterstützung

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