Kajo Cup: BZ-Ballett tanzt nur auf Platz 5

David Weigend

Glückwunsch an die Ballflüsterer von Offensiv Sport, die gestern in Tiengen den Kajo-Cup gewonnen haben! Warum es bei uns beim Filetstück der Freiburger Grümpelturniere nicht zum Titel gereicht hat und wir von 16 Mannschaften nur die fünftbeste wurden, versuchen wir im folgenden zu analysieren (mit Sonnenstich).



Die Vorzeichen

...waren gestern denkbar ungünstig, was an diversen Begleiterscheinungen lag, die das bewegte Leben der BZ-Ballerinas mit sich bringt. Hier ein paar Beispiele (mal ganz abgesehen von den unvorhergesehenen Absagen):
  • Leistungsträger Constantin "Conny" Jassok hastete auf den letzten Drücker mit sicht- und hörbarem Heliumflash zum ersten Spiel um 11 Uhr auf den Tiengener Kickplatz. Hintergrund: Kurz zuvor musste er für eine Promo-Aktion der Badischen Zeitung zum Freizeitpark Steinwasen rasen, mehrere Flaschen Heliumgas auf der Rückbank. Klar, dass da eine Flasche beim rasanten Fahrstil Connys in den Serpentinen hinter Oberried zerplatzte und das Wageninnere total kontaminierte. Nebeneffekt: Der ohnehin schon überhitzte Plüschflegel BZetti musste alle Kinderballons aus eigener Kraft aufblasen.



  • fudder-Mitarbeiter Sebastian Bauer wurde bereits um 6 Uhr von seiner vorwitzigen, dreijährigen Tochter geweckt und musste anschließend vier Stunden lang non stop "Kaufladen" spielen.

  • Mittelfeldstratege Bernd Wiesler war in der Nacht zuvor auf seinem kühlen Ledersofa eingeratzt. Blöd: Er hatte dabei den leckeren Banana Flip in der Hand, der komplett auslief. Die nervenaufreibenden Reinigungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin.



  • Staubsauger Eddi von Malotki erleidete einen mittelschweren Hörsturz, weil  er auf seinem neuen MP3-Player bis zum Erbrechen Bushido, Fler und Kool Savas durchlaufen ließ. Was eigentlich dem "Aggressionsabbau vor dem Kampf" dienen sollte, erwies sich als auditives Eigentor. Dennoch ließ es sich Eddi nicht nehmen, in den großzügigen Spielpausen den Volumenregler nach oben zu schieben und weiterzuhören.

  • fudder-Mitarbeiter und Stoßstürmer XY konnte erst nach der Gruppenphase die Ballerinas verstärken. Ausgemergelt, entsaftet, übernächtigt - die Manneskraft von ZENSIERT war in den vergangenen Stunden über Gebühr in Anspruch genommen worden. Ein Liebesspieler in Reinkultur.

  • Spielführer, Supernanny und Paff Daddy Dennis Nann legte auf seinem Anfahrtsweg von Ravensburg nach Freiburg drei Zwischenstopps ein. Der Grund: "Die Marlboropackung war schon wieder leer."

  • Balla-Keeper Janis Adam war eigentlich der einzige Spieler des BZ-Teams mit tadelloser Vorbereitung, was sich auch in seiner Leistung manifestierte.

  • fudder-Furunkel David Weigend trieb sich in der Nacht zuvor wieder viel zu lang in den dunklen Ecken dieser Stadt herum, genauer: beim überfälligen Cubic-Reunion-Gig im Juze Sankt Georgen. Der Brummschädel auf der Fahrt nach Tiengen war da unausweichlich.



Vorrunde

  • Das erste Spiel gewinnen wir gegen die Drogisten von Müllers Bächlekicker mit 2:1. Der knappe Sieg wird von Sebastian gleich mal mit einer gepflegten Dannemann bedacht. Natürlich zieht Paff Daddy standesgemäß mit. Neidischer Seitenblick: Einer von den M & M's zückt eine fette Havanna. Typisch Media Markt eben.



  • Im zweiten Spiel machen wir die Kaufhof Mavericks mit 2:0 platt. Einer der Gegner beschimpft im Eifer der Verzweiflung einen von uns als Onanisten. So wird das nichts mit der Karstadtübernahme, Jungs! Apropos Beleidigungen: Eine Blondine der Müllerschen Bächlekicker sieht später die gelbe Karte, weil sie einen Gegenspieler als "Arschloch" tituliert.

  • Ein torloses Remis gegen Real 09 reicht uns für den Einzug in die nächste Runde. Während auf der Wiese hinter der Vereinsgaststätte ein Gaul durchgeht und für reichlich Unruhe sorgt, verlaufen unsere technischen Kabinettstückchen auf Feld 2 ("Acker" ist für diesen Platz noch eine milde Umschreibung) im Nichts.



Halbzeit

In einer etwa zweistündigen Pause haben wir Gelegenheit, in subtropischer Hitze die Gepflogenheiten der anderen Kajoteams zu beobachten. Einige Fragen werden dabei aufgeworfen:
  • Die Spielerfrauen der Bohnylegenden könnten allesamt als Kandidatinnen für Germany's next Topmodell durchgehen. Allein: sind es nicht vielleicht doch mit Sportartikeln aufgebrezelte Hostessen?

  • Wer das Modehaus Kaiser als seriöses Fachgeschäft für den feineren Zwirn einstuft, könnte zumindest beim Anblick der Kaiser Lions ins Grübeln kommen: Schon um 15 Uhr sind die Löwen stramm wie ein Brett, köpfen ein Bier nach dem nächsten und grölen das "Humba"-Lied. Merke: auch ein Kaiser hat sonntags Freizeit!



  • Phänomen Schiri: Weil ein Schiedsrichter abgesagt hat und ein anderer erst später kommen kann, muss das unparteiische Zwillingspaar Udo und Wolfgang Haubold die Vorrunde allein bestreiten. O-Ton Udo: "Ich hab' heute Früh meinen Bruder angerufen, ob er einspringen könnte. Der wollte eigentlich mit seinem Herzblatt an den Schluchsee fahren, zur Sommerfrische.

  • Die Würste und Steaks am Vereinsgrill schmecken prima, der Apfelkuchen eigentlich auch, stünde er nicht direkt neben dem Grill und würde quasi als Rauchfang fungieren.



Endrunde

  • Die Obi-Biberbrüder beißen bei uns naturgemäß auf Granit. Über das Vereinsgelände dröhnt zum 100. Mal Lady Gaga's "Pokerface", die Biberbrüder ziehen angesichts der 1:2-Niederlage gegen uns eher eine Schnute.

  • Gegen den Angstgegner Jack Wolfskin kassieren wir eine unglückliche 0:1-Niederlage. Ursachenforschung betreiben wir auf dem dicken Pollenteppich am Spielfeldrand. Unbarmerzig knallt die Mittagssonne, scharf zieht der Kotgeruch in unsere Nasenlöcher.



  • Gegen die Russentruppe "Kaufland" würde uns ein Punkt reichen, um ins Halbfinale einzuziehen. Problem: Mittlerweile haben wir keine Auswechsler mehr, da Bernd und Conny wegmüssen. Letzterer sagt mit Mickey Maus-Stimme: "Ich muss sofort nach Steinwasen. BZetti dreht völlig am Rad und bietet Kindern Lachgas an." So nimmt das Turnier für uns kein glorreiches Ende: Die Putingetreuen kicken wie auf Vodkabull und treten uns auf die Ballettschläppchen. 0:1, wir sind draußen. Danke an Patrick Ehrlich für die tolle Orga und bis nächstes Jahr!