Kagan: Warum die Übernahme misslang

David Weigend

"Die Kagan-Übernahme durch Johannes ,Paxyfication’ Dultz muss erst mal als gescheitert verbucht werden", schreibt Thorsten Leucht im Editorial vom aktuellen Subculture-Heft. Nicht nur erst mal, sondern endgültig, wie jetzt klar ist. Doch warum platzte der Deal?



Die Sicht von Peter Bitsch

Am 22. September vermeldeten wir, dass Johannes Dultz (Paxyfication Events) die Geschäftsführung des Kagan übernehmen wird und somit die Nachfolge von Peter Bitsch antritt.



„Ich hatte auch gedacht, dass der Deal in trockenen Tüchern ist“, so Kaganchef Bitsch. „An mir lag es auf jeden Fall nicht. Ich habe meinen Teil für das Zustandekommen des Vertrags erfüllt. Die Gründe, warum er es nicht gemacht hat, kenne ich bis heute nicht.“ Der Notartermin sei jedenfalls geplatzt.

Bitsch wird das Kagan bis auf weiteres wie gehabt selbst führen. Er will den Club nach seinen Vorstellungen umbauen und ihn am Mittwoch, den 2. Dezember wieder eröffnen. „Anfang 2010 werde ich mich dann um einen adäquaten Nachfolger kümmern. Ich bin nach wie vor im Gespräch mit Interessenten.“



Die Sicht von Johannes Dultz

Partyveranstalter Dultz, 25, sieht die Sache allerdings ganz anders, wie eine längere Stellungnahme zeigt, die uns vorliegt. Im folgenden der Auszug aus der zentralen Passage:

"Daher war der Hauptgegenstand des Kaufvertrages die Übergabe des Mietvertrages. Um diese Übergabe möglich zu machen, bedurfte es einer schriftlichen Bestätigung von Seiten des Vermieters mit Sitz in Pullach. Von Beginn an wurde mündlich zugesichert, dass die Bestätigung kein Problem darstellt, da bereits aufgrund vorheriger Interessenten bei der Gesellschaft in Pullach nachgefragt wurde. Dies wurde auch bei einem gemeinsamen Termin mit den Anwälten der Kagan GmbH & Co. KG und den Beratern der Paxyfication Events GmbH & Co. KG zugesichert.

Aufbauend auf dieser Aussage wurde mit der Ausarbeitung des Kaufvertrages begonnen, sowie der geplante Umbau in die Wege geleitet. Der Architekt wurde direkt aus Rotterdam bestellt, der Bauleiter wurde an das Projekt herangeführt, Barkeeper aus renommierten Gastronomien wurden mehrmals aus Berlin eingeflogen und die geplante Eröffnungsveranstaltung am 27. November dem momentan meistgefragtesten House-DJs Frankreichs wurde in die Wege geleitet.

Mehrmaliges Drängen hinsichtlich der Vorlage der schriftlichen Bestätigung der Vermietergesellschaft wurde stets mit der Begründung abgewiesen, dass die Umbaupläne vorliegen müssten, um die Bestätigung zu erlangen. Jedoch wurde selbst nach Vorlage der Umbaupläne bei einem Termin zwischen dem Geschäftsführer der Kagan GmbH und der Vermietergesellschaft aus Pullach keine schriftliche Bestätigung vorgelegt.

Letztendlich ist der Geschäftsführer der Kagan GmbH erst am 28. September – eine Woche vor dem anvisierten Stichtag – nach Pullach gefahren um eine Bestätigung zu erlangen. Jedoch resultierte auch aus diesem Termin keine schriftliche Bestätigung. Daraufhin wurde die Paxyfication Events GmbH & Co. KG von Seiten des Verkäufers aggressiv gedrängt, den Kaufvertrag ohne die Bestätigung abzuschließen, sonst würde man die Verhandlungen abbrechen.

Es kam jedoch für die Paxyfication Events GmbH & Co. KG nicht in Betracht, vorzeitig einen Kaufvertrag zu unterschreiben, der keinerlei Sicherheiten bietet und sich nur auf kräftiges Bemühen der Verkäuferin, hinsichtlich der Erteilung über die Bestätigung der Vermietergesellschaft stützt."


Auch eine Zwischenlösung in Form eines vorläufigen Untermietvertrags hätte Dultz akzeptiert, jedoch sei die Kagan GmbH & Co. KG dazu nicht bereit gewesen. Dultz behält sich vor, so die Stellungnahme, rechtliche Schritte gegen die Kagan GmbH & Co. KG zu ergreifen. "Dies auch aus Gründen, die hier nicht genannt werden können."

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