Juraklausur vs. Audimax-Besetzung: Alles halb so wild

Robert Hotop

Eine Juraklausur, die heute Nachmittag im Audimax stattfinden soll, sorgte gestern kurzfristig für heiße Diskussionen. Schließlich betonten sowohl Unileitung als auch Besetzer den Willen zur konstruktiven Zusammenarbeit. Für die Klausur wurden mittlerweile Ersatzräume organisiert.



Seit gestern Nachmittag gab es sowohl auf Twitter als auch in einem Artikel in der Badischen Zeitung (BZ: Stundenten stimmen gegen Audmax-Räumung) Spekulationen über eine heraufziehende Konfrontation zwischen Unibesetzern und Rektorat: Nachdem die Universitätsleitung die Studierenden in aufgefordert hatte, das besetzte Audimax zumindest für die Dauer einer heute Nachmittag anstehenden Jura-Klausur zu räumen, hatte das Plenum dieses Ansinnen nach kurzer Diskussion abgelehnt.


Daraufhin twitterten verschiedene Studierende aus dem Audimax, die Besetzer wollten die Konfrontation mit der Unileitung suchen. Mittlerweile hat sich der vermeintliche Konflikt in Wohlgefallen aufgelöst: „Wir haben nie beabsichtigt, die Durchführung von Klausuren zu verhindern“, erklärt Clemens Weingart, einer der beiden Sprecher des gestern gewählten Dialogteams. Die Ablehnung der Räumung für die Zeit der Klausur sei aus prinzipiellen Erwägungen geschehen.

Das Plenum hatte zunächst diskutiert, wie eine Durchführung der für die Studierenden wichtigen Klausur trotz Besetzung gewährleistet werden könne. Es wurde dann beschlossen, im Notfall andere Räumlichkeiten für die betroffenen Jurastudenten zu besetzen, falls es nicht zu einer Einigung kommen sollte.

„Mit der Möglichkeit, dass sich kein anderer Raum finden lassen und es deshalb zu einem ernsthaften Konflikt mit dem Rektorat kommen würde, rechnete bei dieser Abstimmung aber kaum einer“, sagt Weingart. Und tatsächlich genügte schließlich ein Gespräch mit der juristischen Fakultät, um das angebliche Konfliktpotential zu entschärfen.

Diese teilte dann gestern mit, dass die Klausur „Übung im Bürgerlichen Recht für Anfänger II“ heute zur angekündigten Zeit stattfinden wird: „Das Rektorat hat die Raumfrage geklärt“, heißt es unter Aktuellesseit gestern auf der Homepage des Instituts für Arbeitsrecht. Die Klausur findet nun in zwei kleineren Hörsälen statt; HS 1010 für die Buchstaben A-J und HS2006 für K-Z. Am Ende versicherten sich dann Besetzer und Rektorat gegenseitig Toleranz und guten Willen. In einem Schreiben der Studierenden von gestern Nachmittag heißt es: „Dieser Beschluss soll unter keinen Umständen eine Drohung an die Universitätsleitung darstellen. […] Die Einsetzung des Dialogteams ist expliziter Ausdruck des Bemühens der BesetzerInnen um einen konstruktiven Dialog mit Verwaltung und Leitung der Universität“.

Und auch Heiner Schanz versichert den Studierenden noch einmal: „Das Rektorat steht nach wie vor zu seiner Aussage, den Studierenden der Universität Freiburg Raum für ihren Protest zu geben, solange dieser konstruktiv und friedfertig bleibt.“

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