Freiburg

Jura-Studierende feiern Prüfungsende an B 31 – und lassen Müll liegen

Anika Maldacker

Scherben, Flaschen und Konfetti: Vor dem Ballhaus in Freiburg feierten am Donnerstag Jura-Studierende nach den Prüfungen zum Ersten Staatsexamen. Ihren Müll ließen sie dort, den räumten andere auf.

Bierflaschen, Scherben, Konfetti und Luftschlangen: Vor dem Ballhaus an der Schwarzwaldstraße und auf der Straße davor ging es am Donnerstag wild zu. Der Grund: Freiburger Jura-Studierende schrieben dort ihr Erstes Staatsexamen.


"Das ist eine Sauerei", sagt eine betagte Radfahrerin, die mit ihrem Fahrrad an der B 31 Richtung Littenweiler fährt. Sie spricht von den rund drei Dutzend jungen Menschen, die auf der Einbahnstraße vor dem Ballhaus verteilt stehen und sich unterhalten und Bier oder Wein trinken. "Wir haben heute die letzte Prüfung im Ersten Staatsexamen geschrieben", sagt eine junge Frau, die nicht namentlich genannt werden will. Hinter ihr trinkt einer ihrer Kommilitonen Bier aus einem Schlauch mit angehängtem Trichter.

Um sie herum und auf der ganzen Straße verteilt, liegen Konfetti, Luftschlangen, leere Bierflaschen, Bierkästen, Scherben und Weinflaschen. Ein Flaschensammler freut sich über das Zusatzgeschäft.

"Bei angehenden Juristen gehen wir davon aus, dass sie ihren Müll entsorgen." Nicolas Scherger

Auch in diesem Jahr schreiben die Juristen ihr Erstes Staatsexamen nicht nur im Landgericht, sondern auch im Ballhaus. "Das Staatsexamen wird seit circa anderthalb Jahren bei uns geschrieben", schreibt Gutmann-Chef Matthias Blattmann auf Anfrage. Nach der schriftlichen Prüfung wird vor Ort gefeiert – und selten aufgeräumt. Auf die Frage, ob die Studierenden ihren Müll mitnehmen, grinsen sie nur verlegen. Uni-Sprecher Nicolas Scherger dazu: "Bei angehenden Juristen gehen wir davon aus, dass sie ihren Müll entsorgen."

Eine Mitarbeiterin von "Gutmann Events", die im Ballhaus ansässig sind, kehrt, während die Studierenden noch feiern. Später berichtet Gutmann-Chef Blatttmann, dass die Mitarbeiter alles grob aufgeräumt hätten. Die meisten Feiernden räumten ihren Müll selbst auf, berichtet Blattmann. "Am kommenden Morgen kommt unsere Reinigungsmannschaft, die dann alles weitere beseitigt", schreibt Blattmann und fügt hinzu: "Wir finden es schade, dass sich gebildete Menschen in der heutigen Zeit nicht in der Verantwortung sehen, ihren Müll beiseite zu räumen."