"Junges Freiburg" soll wiederbelebt werden

Christina Fortwängler

Die Jugend- und Wählerinitiative "Junges Freiburg" hat sich 2012 nach 13-jährigem Bestehen aufgelöst – ihr jetziger Gemeinderat Sebastian Müller wird zur nächsten Kommunalwahl nicht mehr für "Junges Freiburg" kandidieren.



Schülerratsvorstand Lukas Mörchen, 17, und Pressesprecher des Schülerrats Sergio Schmidt, 18, bemühen sich nun um eine neue Liste „Junges Freiburg“. Sie möchten so die Jugendbeteiligung im Gemeinderat auch weiterhin fördern. Die Jugendverbände der Parteien sehen das kritisch.


„Wir wollen eine Stimme für euch im Gemeinderat sein“, sagt Lukas Mörchen in die Runde, die sich am Donnerstag im Haus der Jugend eingefunden hat. Der Abend soll zeigen, ob sich eine neue Liste „Junges Freiburg“ und das Wiederbeleben der Initiative lohnen. Die Resonanz ist gut. 18 Interessierte sind gekommen, die Hälfte davon Schülerinnen und Schüler aus dem Umfeld der Schülermitverwaltung und des Schülerrats sowie ein Azubi – alle in der Alterspanne zwischen 14 und 20 Jahren.



Jugendräume, Skateplätze, Sperrzeitendebatte und Jugendbeteilung sind Themen, die sie mit von einer neu gegründeten Initiative im Gemeinderat vertreten wissen wollen. „Ein Forum, das es unabhängig von Parteien möglich macht, im Gemeinderat mitzubestimmen“, wünscht sich ein Schüler. Die auf Zetteln notierten Ideen pinnt Stadtrat Sebastian Müller an eine Stellwand. Er unterstützt Sergio Schmidt und Lukas Mörchen noch bis zum Ende seiner Amtszeit.

Die Jugend- und Wählervereinigung „Junges Freiburg“ war seit 1999 immer mit mindestens einem Sitz im Gemeinderat vertreten. 2012 folgte dann die Auflösung – vor allem wegen fehlender engagierter Mitglieder. Dass sich bei einer Neugründung etwas ändern muss, ist man sich einig. Das neue Wahlrecht ab 16 Jahren stimmt Martin Kranz-Badri, Geschäftstellenmitarbeiter von Sebastian Müller, jedoch optimistisch: „Junges Freiburg hat das Potential, bei der nächsten Kommunalwahl drei Plätze zu bekommen."



Auch Vertreter verschiedener Jugendverbände haben sich an das große Rechteck aus Tischen gesetzt, um mitzudiskutieren. Darunter sind Grüne Jugend, Jusos, Junge Alternative für Deutschland und der Stadtjugendring (SJR). Sie beurteilen das Vorhaben weniger positiv. „Es gibt viele junge Menschen, die kandidieren und man muss aufpassen, dass man sich nicht gegenseitig blockiert“, sagt etwa Tom Pannwitt, Vorstandsmitglied der Jusos, des SJR und ehemaliger Vorsitzender von Junges Freiburg.

Dieser Meinung ist auch Vasili Franco von der Grünen Jugend. Er fordert statt einer Liste eine reine Initiative, die an Schulen und über Podiumsdiskussionen junge Menschen politisch motiviert. Claus Georg Nolte, Kreisvorsitzender der Jusos, erinnert daran, das tatsächliche Mitspracherecht im Auge zu behalten. Viele Dinge würden auf Landesebene beschlossen – um Einfluss zu haben, müsse man mit den parteilichen Jugendorganisationen „Hand in Hand“ gehen. Das wird hitzig diskutiert. „Es ist Teil der Demokratie, Konflikte aufzubrechen. Das ist auch das Ziel einer Liste“, entgegnet ein Schüler. Der argumentative Schlagabtausch wird ab und zu durch Tischklopfen kommentiert.

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