Junge Freiburger Filmemacher zeigen Episodenfilm "Es war einmal..."

Steffen Bonhoff

"Es war einmal vor langer Zeit...": Mit diesen Worten beginnen traditionell die Märchen um Dornröschen oder Aschenputtel, die viele aus ihrer Kindheit kennt. Dass diese Geschichten der Gebrüder Grimm aber keineswegs zum alten Eisen gehören müssen, zeigt der neue Film der "Blackwood Films"-Gruppe – eine Gemeinschaft von Filmfreunden, die seit 2005 vor und hinter der Kamera stehen:



Was Märchen noch heute bedeuten, welche Aspekte neu oder anders erzählt werden können, ist Thema der vorwiegend zwischen 17 und 30 Jahren jungen und 15 Personen starken Gruppe, die seit Dezember 2013 an dem Film "Es war einmal..." gearbeitet hat: In dem 98-minütigen Episodenfilm werden zehn traditionelle Märchen auf neue Weise interpretiert, erzählt Laurin Lampe, der vorrangig für die Kamera-Arbeit zuständig ist. "Da eigentlich jeder in seiner Kindheit Märchen erzählt bekommen hat, haben wir uns dieses Thema ausgesucht", sagt der 17-Jährige.


Bei der anschließenden gemeinsamen Arbeit waren in der Gruppe die Grenzen der Aufgabenbereiche fließend. Jeder bekam die Gelegenheit, Regie zu führen, zu schauspielern oder sich an einem Drehbuch zu versuchen. So wurde jedes der zehn Märchen von einem anderen Regisseur gestaltet und bekam damit eine ganz eigene Note: Die Bandbreite reicht von der Komödie bis zum Drama, vom Stumm- bis zum reinen Dialogfilm.

Neben dem Schüler Laurin Lampe, dessen großes Ziel es ist, nach dem Abitur in Ludwigsburg an der Filmhochschule zu studieren, haben manche aus der Filmgruppe bereits den Sprung in den professionellen Bereich geschafft. Dennoch arbeiten sie gerne bei den freiwilligen und nicht profitorientierten Projekten der "Blackwood Films" mit. "Der persönliche Kontakt ist hierbei immer sehr wichtig", erklärt Lampe. So hat die "Blackwood Films"-Gruppe auch Kontakte zu Studierenden der Freiburger Schauspielschule, die immer wieder ohne Bezahlung bei den Projekten mitmachen.

Was sehr wichtig ist, denn alle Filme von "Blackwood Films" werden ohne Sponsoren und externe Gelder produzieert. Jede Kamera und jedes Mikrofon ist aus privaten Mitteln angeschafft – so hat Lampe sich einen eigenen Kamerakran gebaut anstatt einen zu kaufen. Und hat damit für das Material nur rund 100 Euro anstatt mehreren 1000 Euro ausgegeben. Dementsprechend soll das aus dem aktuellen Film "Es war einmal..." erwirtschaftete Geld für die weitere Ausrüstung der jungen Filmemacher dienen.

Am Montagabend feiert "Es war einmal..." Premiere. Das Kommunale Kino ist bereits ausverkauft - für die beiden übrigen Vorstellungen sind aber noch Karten zu haben.



Mehr dazu:

Was: Filmvorführung "Es war einmal..."
Wann: Freitag, 12. Dezember 2014 und Freitag, 19. Dezember 2014, jeweils um 17.30 Uhr
Wo: Kommunalen Kino, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder 2,50 Euro [Foto: Veranstalter]