Junge Freiburger Filmemacher wünschen sich Unterstützung von der Stadt

Hannah Fedricks Zelaya

"Kommunale Filmförderung für Freiburg!", so lautet die Forderung der neu gegründeten Initiative Freiburger Film (IFF). Die jungen Filmemacher sehen sich als Plattform für Bürgerdialoge und Meinungsbildung und wünschen sich Zuschüsse für ihre Arbeit.

"Es geht was in Freiburg", finden die jungen Filmemacher Sarah Moll und Moritz Schulz, beide bei der Initiative Freiburger Film (IFF) engagiert. Sie sagen, die Freiburger Filmszene befinde sich im Aufbruch. "Es gibt ein immer größeres Interesse, sich über das Medium Film auszudrücken, da es eine großartige Möglichkeit für Bürgerdiskussionen bietet", betont Sarah. Auch vom Publikum werde die Filmszene immer mehr wahrgenommen – das Kommunale Kino ist regelmäßig ausverkauft.


"Gleichzeitig verändert sich aber die deutsche Medienlandschaft insgesamt sehr schnell und sozialpolitische Themen oder ausgefallene Erzählarten finden oft keinen Platz mehr im Fernsehen", sagt Sarah. Deshalb müssten junge Filmemacher immer mehr nach alternativen Finanzierungsformen suchen, was sich sehr schwierig gestalten kann, so Sarah weiter. "Eine kommunale Filmförderung würde dabei helfen."

Die Initiative wünscht sich 30.000 Euro Fördergelder

Bisher gab es keine spezielle Förderung der Stadt für junge Filmemacher, doch das soll sich in Zukunft ändern. "Da das Kulturamt die steigende Zahl und Qualität der Filme auch schon wahrgenommen hat, soll es im kommenden Haushalt eine Filmförderung von 12.000 Euro geben. Das ist natürlich mehr als jetzt, aber immer noch sehr wenig. Die Initiative möchte daraus jetzt erst Mal 30.000 Euro machen", beschreibt Moritz das Nahziel. Dafür stehen nun viele Treffen mit Politikern des Gemeinderates an, "Klinkenputzen" nennt es Moritz.

Rathaussprecherin Martina Schickle bestätigt die Absicht des Kulturausschusses, eine Filmförderung einzurichten: "Uns ist die Entwicklung und Förderung der regionalen Filmszene, die sich in den vergangenen Jahren hervorragend mit unglaublicher Dynamik und Qualität entwickelt hat, sehr wichtig. Deshalb haben wir auch in den vergangenen Jahren immer wieder Filmprojekte gefördert, obwohl es im Gegensatz zu anderen Kunstsparten bisher hierfür keinen gesonderten Haushaltsansatz gab."

Stadt bestätigt erste Förderung

Ein bestehender Förderansatz "Sonstige Projektzuschüsse" wurde aber nun in "Sonstige Projektzuschüsse Film" umbenannt und durch interne haushaltsneutrale Umschichtungen auf 12.000 Euro erhöht, so Martina Schickle. Nur der Gemeindarat müsse dem Entwurf noch zustimmen.

Langfristig geht es der IFF auch darum, gegenüber der Stadt eine gemeinsame Position aller Filmschaffenden zu vertreten. Außerdem sei die Initiative für alle Filmschaffenden schon jetzt zu einem Netzwerk geworden. Auch für die Stadt könnte die Initiative eine Chance sein: "Freiburg könnte sich damit profilieren. Die Filmschaffenden gibt es hier schon, jetzt vernetzten wir uns besser. Aber darüber hinaus hat Freiburg bisher nicht viel für Filmemacher zu bieten. Eine kommunalen Filmförderung könnte junge Talente an Freiburg binden", erklärt Moritz. Denn eine solche Förderung gibt es bisher nur in sehr wenigen Städten Deutschlands.

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