Jugendvigil mit Papst: Und? Was hat er gesagt?

Paul Gengenbach

Am Samstagabend fand auf der Freiburger Messe eine Jugendvigil mit Benedikt XVI. statt. Bei der Gelegenheit hielt der Papst auch eine Ansprache. fudder-Autor Paul hat ein paar Jugendliche (und einen Dekan) gefragt, was der Papst gesagt hat und was sie daraus für sich mitnehmen.





Miriam (20), Studentin:

"Ich fand die Predigt sehr gut. Es ging ja darum, selbst zu versuchen, heilig zu sein, dass es nicht etwas Außergewöhnliches ist, das nur einzelne Leute haben, sondern dass jeder versuchen sollte, das Beste aus sich zu machen und die bösen Sachen zu meiden. Das sollte jeder versuchen. Ich werde das selbst auch in nächster Zeit versuchen. Ich werde mir Vorbilder suchen und schauen, was ich besser machen kann, um damit die Welt auch ein bisschen zu verändern. Wenn jeder versucht, ein bisschen besser zu werden, dann wird auch die ganze Welt ein bisschen besser."

Michaela (29), Lehrerin:

"Ich fand es schön, dass er gesagt hat: 'Ihr seid das Licht der Welt' und dass man nicht immer 'heilig' sein muss. Auch mit den ganzen schlechten Gedanken und Aggressionen, die man in sich trägt, wird man trotzdem von Gott geliebt. Man trägt trotzdem etwas Heiliges in sich. Das hat mir eigentlich am Besten gefallen. Und dass man das Licht hinaustragen soll, um es mit den anderen zu teilen. Das fand ich schön."




Rafael (17), Nihilist:

"Der Papst hat ziemlich viel über Hoffnung gesprochen und dass die Welt dunkel ist durch die Ängste, die uns von Außen begegnen, besonders uns Jugendlichen. Er hat eigentlich gesagt, dass die Antwort, die Hoffnung ist. Dass das Licht in uns sein soll; der Glaube daran, dass das Leben endlos ist. Und diese Hoffnung erfahren wir einerseits durch Gott, aber in uns vor allem durch die Liebe. Das fand ich sehr schön. Also nehme ich Hoffnung mit."

Thomas Huber, Dekan aus Engen im Hegau:

"Zentral war für mich die Aussage, dass Christus uns in der Taufe das Licht, also das göttliche Leben geschenkt hat und dass es darauf ankommt dieses Licht im Herzen und in unserer Seele zu bewahren. Dabei kam mir der Gedanke, dass wir ja Kinder Gottes sind. Da müssen wir von Gott, der ja unser Vater ist, wirklich was Konkretes in uns tragen. Das ist eben dieses Licht und das müssen wir bewahren.

Es kann sein, dass es dunkle Stellen in meinem Leben und in meiner Seele gibt, wie die Trägheit, die der Papst erwähnt hat, und dass diese Trägheit das Licht verdunkelt. Doch das darf eben nicht sein. Daher kommt auch die ganze Krise der Kirche, weil dieses Licht irgendwie verdunkelt worden ist. Ich nehme für mich mit, dass dieses Licht nicht verdunkelt werden darf. Ich muss alles tun, alles unternehmen, dass dieses Licht wieder richtig hell leuchtet. Dazu brauche ich aber das Wir, die Gemeinschaft von allen anderen, die mir dabei helfen und mich mittragen. Und dann leuchtet das Licht, wirklich!"

Christopher (21), Jurastudent:

"Das Vigil war eines der ergreifendsten Erlebnisse die ich jemals hatte. Es war großartig, den Papst zu sehen. In vielerlei Hinsicht hat mir der Papst die Augen geöffnet. Vor allem, dass ich die Welt doch etwas liberaler sehen sollte, als ich sie normalerweise mit meiner Weltanschauung sehe und dass ich auch andere Menschen, die nicht dieses Weltbild haben, respektieren sollte. Das ist ein großer Lichtblick, den er der gesamten Bevölkerung gegeben hat."

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[Foto: Wolfgang Grabherr / Badische Zeitung]