Jugend testet: Durchschnupfsicherheit und Zahnpastarückstände

Bianca Fritz

Jetzt sollten all die Dienstleister da draußen wieder besonders nett zu Jugendlichen sein und all die Cola- und Kaugummihersteller besonders gewissenhaft. Denn der Wettbewerb "Jugend testet" geht in eine neue Runde. 13 bis 19-Jährige können sich noch bis zum 30. November anmelden.



Papiertaschentücher zu testen, auf diese Idee sind schon viele gekommen. Junge Tester haben sie auf Durchschnupfsicherheit getestet, Weichheit und natürlich auch, ob sie für Nachnieser geeignet sind. „Aber trotzdem schaffen es die Jugendlichen immer wieder uns zu überraschen – selbst mit einem so einfachen und bereits mehrfach getestetem Produkt“, sagt Bettina Dingler, die Wettbewerbskoordinatorin von Jugend testet. Vor wenigen Jahren verbuddelte ein Jugendlicher diverse Taschentücher in Eimern mit Erde, Würmern und Ohrenzwickern, um ihre Verrottungseigenschaften zu testen. Er kam unter die Top 50 und gewann einen Preis.


Jugend testet ist ein Wettbewerb der Stiftung Warentest, bei dem Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren Dienstleistungen oder Produkte nach ihren eigenen Kriterien testen und dabei tolle Preise gewinnen können – dieses Jahr im Gesamtwert von 9000 Euro.

Im vergangenen Jahr wurden 558 Arbeiten eingereicht. Unter den Top 50 war aber nur ein Südbadener: Philipp Müller (17) aus Furtwangen überzeugte die Jury. Er verglich, wie viel Zahnpastarückstände in den Tuben der verschiedenen Marken zurückbleiben. „Es hat Spaß gemacht und war sehr zeitaufwändig. Aber ich habe auch etwas gelernt“, sagt Philipp heute. „Künftig schneide ich die Tube immer auf – ich weiß jetzt nämlich, dass ich sonst recht viel Inhalt verschenke.“ Sein persönlicher Gewinner war übrigens Odol Med 3 mit nur vier Prozent Zahnpastarest in der Tube – der Verlierer Signal mit ganzen 20 Prozent verbliebener Zahnpasta in der Verpackung.



„Es geht nicht darum ein Produkt zu finden, das nie getestet wurde – das ist ohnehin schwierig“, sagt Dingler. „Wichtiger ist uns die Umsetzung der Idee – welche Fragestellungen und Methoden werden angewandt?“ Die Jugendlichen können alleine oder in Gruppen teilnehmen. Ausgewertet wird getrennt in den Kategorien Produkte und Dienstleistungen. Dinglers Tipp: „Es gibt weit weniger Einsendungen bei den Dienstleistungen.“ Das Verhältnis liegt etwa bei einem Viertel zu drei Vierteln.

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Web: Jugend testet