Journey of Hope: Warten auf die Hinrichtung

Philipp Aubreville

Seit 1993 zieht die Journey of Hope durch die USA: Menschen berichten über ihre Erfahrungen mit der Todesstrafe. Das Besondere: Neben Angehörigen von Tätern und Unschuldigen, die zu Unrecht in der Todeszelle saßen, kommen auch Angehörige von Mordopfern zu Wort. Nächste Woche in Freiburg.



Unter dem Motto "Nicht in unserem Namen" zieht die Tour gerade durch Deutschland. Zu Gast ist dann unter anderem Ray Krone. Er hält den traurigen Rekord, der 100. Mensch zu sein, der als unschuldig zum Tode Verurteilter wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde. Heute tritt er bei Johannes B. Kerner im ZDF auf.


Neben ihm werden auch Terri Steinberg und Bill Pelke ihre Erlebnisse schildern. Steinbergs Sohn sitzt seit 2002 in der Todeszelle, weil er zum Mord an einem Drogendealer angestiftet haben soll. Die drohende, bereits zweimal verschobene Hinrichtung, mache ein normales Leben kaum möglich: "Wie soll man einer 8-Jährigen erklären, dass ihr Bruder nicht nur im Gefängnis sitzt, sondern dort auch auf seine Hinrichtung wartet?"

Bill Pelke wartete zunächst auch auf eine Hinrichtung: Die der 16-Jährigen, die 1985 seine Großmutter mit 33 Stichen ermordete. Während dieses Mordes hatten drei Freundinnen das Haus der alten Frau geplündert. Erst später vergab er dem Mädchen und setzte sich erfolgreich für die Umwandlung des Todesurteils ein.

Im Rahmen dieses Engagements gründete er den Verein "Journey of Hope", der die gleichnamige Tour veranstaltet. In Freiburg wird die "Journey of Hope"-Tour unter anderem von der südbadischen Sektion der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) unterstützt: "Die Veranstaltung ist ein großartiges Plädoyer gegen die Todesstrafe. Sie beleuchtet die Strafe aus verschiedenen Perspektiven, um jedes Mal festzustellen, wie falsch und nutzlos sie ist" findet Derya Cilingir von der Freiburger ai-Hochschulgruppe.

Als falsch und nutzlos betrachtete die Todesstrafe zuletzt auch die Regierung des US-Bundesstaates New Mexico: Dort wurde sie zum Juli hin abgeschafft.

Mehr dazu:

Web: Nicht in unserem Namen & Amnesty Südbaden

Was: Journey of Hope-Tour (Achtung: Veranstaltung ist auf Englisch)
Wann: Dienstag, 05. Mai 2009, 20 Uhr
Wo: HS 1010 im KG I der Universität
Eintritt: kostenlos
fudder.de: Juan Melendez unschuldig im Todestrakt