Join my Meal: Eine Website will helfen, zuviel gekochtes Essen mit Anderen zu teilen

Marlene Wilkes

Alleine Essen macht keinen Spaß. Aus diesem Grund hat der Freiburger Manuel Ufheil zusammen mit Susanne Höschel die Website "Join My Meal" gegründet. Das Portal soll es ermöglichen, Mahlzeiten einfach mit Anderen teilen. Wie das funktioniert:



Gerade als Alleinlebender überlegt man oft zweimal, ob man sich nur für sich allein an den Herd stellt und Gemüse und Fleisch in Kleinmengen zubereitet. „Es lohnt sich irgendwie nicht, dann lass ich es halt gleich“, dachte sich auch der Freiburger Manuel Ufheil (Bild rechts) des Öfteren beim Kochen - und so entstand seine Idee für Join My Meal. Auf dem Essens-Teil-Portal kann man Mahlzeiten melden, um zu viel gekochtes Essen mit andere zu teilen.


Das funktioniert ganz einfach: Man überlegt sich ein Gericht, bestimmt Datum und Uhrzeit der Mahlzeit, und stellt alles zusammen mit der eigenen Anschrift auf dem Portal online. Suchende hungrige Menschen finden Angebote in ihrer Umgebung durch die Rubrik “Essen finden“. Hat man Lust, an einem Essen teilzuhaben, meldet man sich bei dessen Anbieter. Der muß die Anfrage allerdings bestätigen. „Ich nehme da natürlich immer jeden“, sagt Manuel lachend.

Wird man vom Koch bestätigt, erhält man eine E-Mail. Die Preise der Gerichte bewegen sich  wischen einem und vier Euro. Manuel setzt sie nach Gefühl, dabei verlangt er aber nie mehr als das, was er selbst ausgegeben hat.



Zusammen mit seiner Freundin Susanne Höschel hat der 24-jährige Student aus Wasenweiler, die Website im Dezember vergangenen Jahres gegründet. Noch wird die Seite vor allem in München genutzt, da die beiden Gründer dort studieren. "Am Anfang ist es schwierig, dass überhaupt Leute kommen", sagt Manuel. "Wir haben vom Wohnheim eine Facebook-Gruppe, da habe ich anfangs meine Gerichte rein gepostet. Da haben sich auch sofort irgendwelche Leute angemeldet.“ Das lief sehr schnell so gut, dass sie am Anfang jeden Tag bei jemandem im Wohnheim essen gehen konnten.

Manchmal hat man aber auch gar keine Lust auf Gesellschaft beim Essen. Für solche Situationen kann man auf der Website angeben, dass das Essen abgeholt oder sogar geliefert werden kann. „Bei mir im Wohnheim kommen sie dann einfach mit ihrem Teller“, sagt Manuel. Außerdem sei es eine gute Möglichkeit für Unsichere, um das Mahlzeit-Teilen einmal auszuprobieren.

Susanne und Manuel wollen Join My Meal jetzt auch auf Restaurants ausweiten. „Restaurants könnten so außerhalb der Stoßzeiten ein günstiges Gericht anbieten und somit ihre Lücken füllen", sagt er. Wie groß der der Bedarf dafür ist, kann er momentan noch schlecht einschätzen. Er könnte sich vorstellen, dass in den teilnehmenden Restaurants große Tische zur Verfügung gestellt würden, an denen die Join-My-Mealer dann zusammen sitzen und sich kennenlernen können.

Manuel sieht optimistisch in die Zukunft seiner Website für Mitessgelegenheiten: „Es funktioniert, wenn die Leute davon mitkriegen. Und besonders unter Studierenden läuft es, nach der überwundenen Anfangshemmschwelle, sehr gut.“ Und wie könnte das in Freiburg sein? "Bestimmt auch sehr gut, schließlich sind die Menschen hier besonders offen."

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