Joel geht nach Australien!

Joel Montagud

Unsere Aussteigerin Lillian bekommt Besuch: fudder-Videoreporter Joel (16) ist auf dem Weg nach Ausstralien, wo er dreieinhalb Monate als Austauschschüler verbringen wird. Vor seiner Abreise verrät er euch, was es vor solch einem Austausch alles zu organisieren gibt.



Am Montag ging's los! Ich mache für dreieinhalb Monate einen Schüleraustausch in Australien. Solch ein Austausch läuft folgendermaßen ab: Man muss selbständig einen Partner finden, die eigene Schule muss dabdei lediglich die Genehmigung geben, dass man gehen darf. Im Grunde kann also jeder einen Austausch machen. Dabei ist allerdings viel Eigeninitiative gefragt. Zuerst gehe ich nach Ausstralien, anschließend kommt mein Austauschpartner für ebenfalls dreieinhalb Monate zu mir nach Freiburg. Wir müssen dabei nur den Flug bezahlen, und kriegen natürlich ein bisschen Taschengeld.


Alles fing etwa so an: Viele hatten mir gesagt dass es sehr schwierig sei, einen Austauschpartner zu finden. Ich wollte anfangs nach Amerika, und so fing ich im Frühling dieses Jahres an mein Bewerbungsschreiben an viele Schulen in Amerika zu mailen. Ich habe bestimmt 20 eMails verschickt und war sehr enttäuscht als ich überall eine Absage bekam. Dann versuchte ich es mit England - ebenfalls nur Absagen. Nun spielte ich mit dem Gedanken, einen Paying-Guest Aufenthalt zu machen. Das heißt, ich zahle, muss aber keine eigenen Austauschschüler hier in Freiburg aufnehmen. In England wird damit ein richtiges Geschäft gemacht: 6000 € für drei Monate, eine Frechheit. Die Touristen werden gnadenlos abgezockt.

Nun versuchte ich es mit Australien. Nach zwei, drei Absagen - endlich eine Zusage! Ich war überglücklich. Wenn eine Schule so ein Bewerbungsschreiben kriegt, wird in der Klasse gefragt, ob jemand Interesse hat, einen Austausch mit Joel Montagud aus Freiburg in Deutschland zu machen. Tylor, mein Austauschpartner, hatte eine große Auswahl, darunter mich. Er hat mich gewählt, weil er gehört hat, dass Freiburg „eine der schönsten Städte Deutschlands sei“, und weil wir viele Gemeinsamkeiten haben, was unsere Hobbys angeht. In meiner Klasse war ein Mädchen aus genau der gleichen Schule gewesen, also kenn ich dort schon jemanden, was immer praktisch ist.

Ich füllte also die ganzen nervenden Formulare aus und beantragte das Visum. Wenn man weniger als drei Monate in Australien bleibt, bekommt man das Visum beim Kaufen des Flugtickets ausgehändigt. Bei mir war dies nicht der Fall, da ich ja dreieinhalb Monate dort bleiben werde. Visumformulare sind sehr kompliziert, und in so einem perfektem Englisch geschrieben, dass man es sich zwei mal durchlesen muss, um es zu kapieren. Mein Fehler war es, dass ich die Formulare sehr spät nach Berlin losgeschickt habe. Ich hatte so meine Zweifel, da das Visum nicht ankam. Doch letzte Woche ist es dann angekommen, eine Woche vor meinem Abflug, ich war erleichtert.

In Australien halte ich euch natürlich auf dem Laufenden, was mir so passiert. Außerdem drehe ich einen kleinen Film, der dann auf fudder zu sehen ein wird. Ich freu mich riesig!