Foodart

Janine Burger von "Tortilicious" macht aus Torten Kunstwerke

Carla Bihl

Fast zu schön zum Essen: Janine Burger aus Denzlingen backt Torten, die kleinen Kunstwerken gleichen. Für ihr junges Unternehmen "Tortilicious" hat sie eine Ausnahmegenehmigung, denn traditionell gelernte Konditorin ist sie nicht.

Janine backt schon lange – seit eineinhalb Jahren aber haben es ihr Motivtorten angetan. Das sind mit Fondant, – also mit einer festen Zuckermasse – überzogene Torten. Wie der Name verrät, stellen sie bestimmte Motive dar. Damit liegt sie voll im Trend. Im Internet verkauft die 29-Jährige seit Mitte 2018 unter dem Namen Tortilicious und im Zweimannunternehmen mit Ehemann Dirk die schönen Torten. Das Motto: "Deine Torte...unsere Mission". Von 3-D-Torten in Bulldog-Form, Hochzeits- und Geburtstagstorten bis zu sogenannten Naked Cakes, also unüberzogenen Torten, gibt's alles.


Janine experimentiert gerne mit Rezepten

Angefangen hat alles mit einer Schokobombe: sozusagen der Godfather unter den Schokokuchenrezepten. Wie bei einem Vulkan läuft beim Aufschneiden flüssige Schokolade aus dem Inneren. "Meine Schwägerin hat mich gefragt, ob ich so etwas für meinen Bruder machen könnte. Dann war ich natürlich angefixt, weil ich sowieso nicht gerne Rezepte google und mir dann was ausdenken musste." Das Ergebnis teilt Janine stolz auf Facebook: "Dann ging es irgendwie los: Alle fragten, ob ich ihnen auch sowas machen könnte."

Für Talente gibt's ne Ausnahmegenehmigung

Die vielen Nachfragen nehmen für die Hobbykonditorin aber ungeahnte Ausmaße an. Freunde und Bekannte betreiben ordentlich Mundpropaganda. Jeder will etwas von der Foodart abhaben: "Irgendwie wird's dann zu groß. Es ist ja auch nicht legal, ich bin ja keine Konditorin." Also überlegen sich Janine und Mann Dirk, was sie machen sollen. Sie legt eine Prüfung bei der Handwerkskammer ab – und bekommt eine Ausnahmegenehmigung: "Jetzt bin ich Konditorin, spezialisiert auf Motivtorten. Ich darf meinen Traum ausführen. Es macht mir auch einfach wahnsinnig Spaß, vor allem die Deko."

Die eigene Handschrift muss erkennbar sein

Inspirationen holt sich die 29-Jährige im Internet, beispielsweise auf Pinterest. Viele ihrer Kunden haben aber auch genaue Vorstellungen und senden schon Bilder mit: "1 zu 1 mache ich es aber nicht nach. Das liegt mir nicht. Da ist nicht meine Handschrift drin." Bei Janine ist eben jede Torte ein Unikat – akkurat und kerzengerade mag sie es nicht: "Man sollte sehen, dass es handmade ist. Das ist auch etwas, was ich beibehalten möchte."

Janine kann mit Papierkram nichts anfangen

Im Zweimannfamilienunternehmen ist Janine der kreative Part. Die Torten werden von ihr im Alleingang hergestellt: Vom Backen und der Herstellung der Creme bis zur Dekoration. Dabei sind die Torten unterschiedlich aufwendig. Danach richten sich auch die Preise. Relativ schlichte Torten gibt es schon ab einem Preis bis zu 80 Euro. Bei aufwendigeren Projekten kann es schon mal bis 140 Euro oder höher gehen. "Mein Mann ist eher so der Kopf der ganzen Geschichte, kümmert sich um Marketing und das ganze Papierzeug. Das ist nicht meins", erklärt sie lachend.

Backen und Modellieren ist Meditation

Beim Modellieren will die Tortenbäckerin ihre Ruhe haben. Hier kann sie richtig abschalten. Mit ihr sprechen? Fehlanzeige. "Ich bin da völlig in meiner eigenen Welt." Beim Backen sagt sie, geht es mittlerweile. "Das ist jedes Mal der selbe Ablauf." Aber eine Künstlerin braucht eben auch Muße. Bei der Königsdisziplin im Motivtortenhandwerk, beim Modellieren der Fondantmasse zu Figuren oder Blumen darf deshalb niemand stören.



Zuhause reicht auch Marmorkuchen

Janine hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und sich damit einen Traum erfüllt. Dadurch ist es aber nicht weniger ihr Hobby geworden. Nach wie vor liebt sie ihren Job. Natürlich profitiert auch ihre Familie davon: "Klar, zum Geburtstag dürfen sich meine Jungs dann auch was aussuchen", erklärt die Dreifach-Mama. "Ansonsten essen aber tatsächlich einfach alle am liebsten Marmorkuchen", lacht Janine. Mehr zum Thema: